Pflanzen, Insekten & Heilkraft

Letzte Änderung: 19.06.2024
Gewöhnliche Schlehe (Prúnus spinósa)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Schlehdorn, Schwarzdorn, Ackerpflaume, Eisbeere, Heckendorn
Gattung: Prúnus
Familie: Rosáceae (Rosengewächse)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Asien, Nordafrika / Orient
Häufigkeit: Häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Die Gewöhnliche Schlehe ist in weiten Teilen Europas, in Nordafrika sowie in Gebieten von Vorderasien bis zum Kaukasus beheimatet. Sie wächst an Weg- und Waldrändern, in Hecken oder an felsigen Hängen und bevorzugt nährstoffreiche, eher kalkhaltige, steinige Böden an sonnigen Standorten.

Erscheinung:
Die Schlehe wächst als Strauch oder als kleiner Baum und erscheint stark verästelt. Die flachen Wurzeln sind weitreichend und treiben Schösslinge, wodurch sich häufig dichte Hecken bilden. Die Rinde ist sehr dunkel bis schwärzlich. Die Zweige bilden zahlreiche Kurztriebe, die häufig mit Dornen enden. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gestielt und am Rand fein gesägt. Junge Blätter sind zunächst flaumig behaart, verlieren die Behaarung jedoch später und weisen eine mittelgrüne Färbung auf.

Blüte:
Die zahlreichen weißen Blüten erscheinen vor dem Laubaustrieb. Sie sind starr abstehend und wachsen an den Kurztrieben. Sie stehen einzeln oder zu zweit dicht beieinander und sondern einen leichten Mandelduft ab. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten wie z.B. Bienen oder Schmetterlinge, bei denen sie aufgrund ihres reichlichen Nektarangebotes sehr beliebt sind.

Vermehrung:
Nach der Befruchtung bilden sich bläulich schwarze, kugelige Steinfrüchte. Das Fruchtfleisch ist grün und eng mit dem kugeligen bis linsenförmigen Steinkern verwachsen. Die Früchte bleiben den Winter über am Strauch. Die Ausbreitung der Samen erfolgt über Tiere, die die Früchte verzehren. Schlehenhecken sind für viele Vogelarten ein idealer Lebensraum.
Vegetativ kann die Schlehe über Stecklinge vermehrt werden, die möglichst zwischen November und Februar von einjährigen Zweigen geschnitten werden sollten. Auch Zweige, die an der Mutterpflanze belassen werden, können zum Boden gebogen werden, damit sie Wurzeln bilden.

Verwendung der Pflanze

Die Früchte schmecken sehr herb und bitter. Erst durch Frosteinwirkung wird der Geschmack ein wenig milder. Die Steine sind jedoch giftig und dürfen nicht gegessen werden. Unreife Früchte können ähnlich wie Oliven eingelegt werden. Aus reifen Früchten lässt sich Fruchtsaft, Likör, Obstwein oder Marmelade herstellen.
Das Holz der Schlehe ist sehr hart und wird z.B. zum Schnitzen oder zur Herstellung von Spazierstöcken verwendet.

  • 1 / 7
  • 2 / 7
  • 3 / 7
  • 4 / 7
  • 5 / 7
  • 6 / 7
  • 7 / 7

    Ecosia-Bildersuche

    Typ der Pflanze:Strauch
    Wuchsform:Aufrecht
    Wuchshöhe:max. 300 cm
    Eigenschaften:Essbar
     Heilpflanze
     Bienen-/Hummel-Weide
     Schmetterlings-Weide
     Vogel-Weide
     Insb. Honigbienen-Weide

    Licht-Verhältnisse:Sonnig
    Boden:Mäßig feucht
     Basisch, Nährreich

    Aussaat:Nov - Mär
    Blüte: Mär - Apr
    Blütenstand:Einzelblüte
    Blütenform:5 Kronblätter
    Pollen / Nektar:Viel / Mäßig
    Geschlecht:Zwitter (Zwei-Geschlechtig)
    Frucht-/ Samenzeit:    Sep - Nov
    Fruchttyp:Schließfrucht: Steinfrucht

    Blattform:Eiförmig, Elliptisch
    Blattrand:Gesägt
    Blattadern:Fiedernervig, Netznervig: Mehrere Hauptnerven mit Seiten-Nerven

    Heilwirkungen der Pflanze

    Stichwörter:
    Zahnfleisch-Entzündung, Mundschleimhaut-Entzündung, Herz-Schwäche, Blähungen, Durchfall, Stuhl-Verstopfung, Darmbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Magenbeschwerden, Blasen-Beschwerden, Nierensteine, Nieren-Beschwerden, Haut-Ausschlag, Infekt, Atemwegs-Beschwerden, Fieber, Husten, Entzündung, Stoffwechsel-Störung, Wasseransammlung, Verschlackung

    Die Blüten, die Wurzelrinde und die Früchte besitzen Heilwirkungen. Aus den Blüten kann ein Tee zubereitet werden, der den Stoffwechsel unterstützt und Blut reinigend wirkt. Desweiteren hilft er bei Magenbeschwerden und Verdauungsproblemen (Durchfall, Blähungen, Verstopfung) sowie bei Blasen- und Nierenbeschwerden. Er wirkt zudem Harn treibend, Fieber senkend, Schweiß treibend, Schleim lösend und schwach abführend. Äußerlich angewendet hilft ein Aufguss bei Hautproblemen (z.B. Hautausschlägen).
    Die getrockneten Früchte können als solche gegessen oder zu Saft verarbeitet werden. Sie wirken zusammenziehend, Magen stärkend und regen den Appetit an. Außerdem helfen sie bei Nierengrieß oder Blasensteinen. Das Kauen der getrockneten Früchte hilft zudem bei Zahnfleisch- oder Mundschleimhautentzündungen.
    Eine Abkochung der Wurzelrinde wirkt Fieber senkend.
    Schlehenelixier kann als Stärkungsmittel nach Infektionskrankheiten verwendet werden.

    Pflanzen-Inhaltsstoffe


    Sonstige Inhaltsstoffe
    Gerbstoffe


    Nutzen für folgende Insektenarten

    Anzahl Schmetterlinge: 14
    Anzahl Hautflügler, z.B. Wildbienen: 24
    Anzahl Zweiflügler, z.B. Schwebfliegen: 4
    Anzahl Käfer: 0
    Anzahl Schnabelkerfe: 0
    Anzahl Heuschrecken: 0

    Schmetterlinge

    Admiral
    (Vanessa atalanta)
    Admiral, Vanessa atalantaAdmiral
    (Vanessa atalanta)
    Tagpfauenauge
    (Aglais io)
    Tagpfauenauge, Aglais ioTagpfauenauge
    (Aglais io)
    Baum-Weißling
    (Aporia crataegi)
    Baum-Weißling, Aporia crataegiBaum-Weißling
    (Aporia crataegi)

    © Kurt Kulac, Wikimedia Commons
    Zitronenfalter
    (Gonepteryx rhamni)
    Zitronenfalter, Gonepteryx rhamniZitronenfalter
    (Gonepteryx rhamni)
    Blaukopf
    (Diloba caeruleocephala)
    Blaukopf, Diloba caeruleocephalaBlaukopf
    (Diloba caeruleocephala)

    © Adam Furlepa, Wikimedia Commons
    Erlen-Rindeneule
    (Acronicta alni)
    Erlen-Rindeneule, Acronicta alniErlen-Rindeneule
    (Acronicta alni)

    © Ben Sale, Wikimedia Commons
    Purpurbär
    (Rhyparia purpurata)
    Purpurbär, Rhyparia purpurataPurpurbär
    (Rhyparia purpurata)

    © Siga, Wikimedia Commons
    Schlehen-Bürstenspinner
    (Orgyia antiqua)
    Schlehen-Bürstenspinner, Orgyia antiquaSchlehen-Bürstenspinner
    (Orgyia antiqua)

    © Beentree, Wikimedia Commons
    Brombeerspinner
    (Macrothylacia rubi)
    Brombeerspinner, Macrothylacia rubiBrombeerspinner
    (Macrothylacia rubi)

    © Rasbak, Wikimedia Commons
    Eichenspinner
    (Lasiocampa quercus)
    Eichenspinner, Lasiocampa quercusEichenspinner
    (Lasiocampa quercus)

    © entomart, Wikimedia Commons
    Heidespanner
    (Ematurga atomaria)
    Heidespanner, Ematurga atomariaHeidespanner
    (Ematurga atomaria)

    © Ivar Leidus, Wikimedia Commons
    Schlehenspanner
    (Angerona prunaria)
    Schlehenspanner, Angerona prunariaSchlehenspanner
    (Angerona prunaria)

    © Patrick Clement, Wikimedia Commons
    Kleines Nachtpfauenauge
    (Saturnia pavonia)
    Kleines Nachtpfauenauge, Saturnia pavoniaKleines Nachtpfauenauge
    (Saturnia pavonia)

    © jean-pierre Hamon, Wikimedia Commons
    Segelfalter
    (Iphiclides podalirius)
    Segelfalter, Iphiclides podaliriusSegelfalter
    (Iphiclides podalirius)

    © Stefan.lefnaer, Wikimedia Commons

    Hautflügler, z.B. Wildbienen

    Östliche Zangensandbiene
    (Andrena fulvata)
    Kein Bild verfügbar
    Frühe Lockensandbiene
    (Andrena praecox)
    Frühe Lockensandbiene, Andrena praecoxFrühe Lockensandbiene
    (Andrena praecox)

    © Aiwok, Wikimedia Commons
    Goldbeinige Sandbiene
    (Andrena chrysosceles)
    Goldbeinige Sandbiene, Andrena chrysoscelesGoldbeinige Sandbiene
    (Andrena chrysosceles)

    © Dick Belgers, Wikimedia Commons
    Graue Sandbiene
    (Andrena cineraria)
    Graue Sandbiene, Andrena cinerariaGraue Sandbiene
    (Andrena cineraria)

    © Ramona Körner
    Ovale Klee-Sandbiene
    (Andrena ovatula)
    Ovale Klee-Sandbiene, Andrena ovatulaOvale Klee-Sandbiene
    (Andrena ovatula)

    © USGS Bee Inventory and Monitoring Lab from Beltsville, Maryland, USA, Wikimedia Commons
    Rotpelzige Sandbiene
    (Andrena fulva)
    Rotpelzige Sandbiene, Andrena fulvaRotpelzige Sandbiene
    (Andrena fulva)

    © Pauln, Wikimedia Commons
    Rotfransen-Erdbiene
    (Andrena haemorrhoa)
    Rotfransen-Erdbiene, Andrena haemorrhoaRotfransen-Erdbiene
    (Andrena haemorrhoa)
    Gemeine Sandbiene
    (Andrena flavipes)
    Gemeine Sandbiene, Andrena flavipesGemeine Sandbiene
    (Andrena flavipes)
    Schlehen-Lockensandbiene
    (Andrena helvola)
    Schlehen-Lockensandbiene, Andrena helvolaSchlehen-Lockensandbiene
    (Andrena helvola)

    © Line Sabroe, Wikimedia Commons
    Schottische Erdbiene
    (Andrena scotica)
    Schottische Erdbiene, Andrena scoticaSchottische Erdbiene
    (Andrena scotica)

    © gailhampshire, Wikimedia Commons
    Weiße Bindensandbiene
    (Andrena gravida)
    Weiße Bindensandbiene, Andrena gravidaWeiße Bindensandbiene
    (Andrena gravida)

    © Dick Belgers, Wikimedia Commons
    Zweifarbige Sandbiene
    (Andrena bicolor)
    Zweifarbige Sandbiene, Andrena bicolorZweifarbige Sandbiene
    (Andrena bicolor)

    © Ramona Körner
    Zweifleck-Erdbiene
    (Andrena bimaculata)
    Zweifleck-Erdbiene, Andrena bimaculataZweifleck-Erdbiene
    (Andrena bimaculata)

    © Aiwok, Wikimedia Commons
    Gewöhnliche Zwergsandbiene
    (Andrena minutula)
    Gewöhnliche Zwergsandbiene, Andrena minutulaGewöhnliche Zwergsandbiene
    (Andrena minutula)

    © Olli Pihlajamaa 2014
    Dunkle Erdhummel
    (Bombus terrestris)
    Dunkle Erdhummel, Bombus terrestrisDunkle Erdhummel
    (Bombus terrestris)
    Rotfühler-Wespenbiene
    (Nomada ruficornis)
    Rotfühler-Wespenbiene, Nomada ruficornisRotfühler-Wespenbiene
    (Nomada ruficornis)

    © gailhampshire, Wikimedia Commons
    Dunkelgrüne Schmalbiene
    (Lasioglossum morio)
    Dunkelgrüne Schmalbiene, Lasioglossum morioDunkelgrüne Schmalbiene
    (Lasioglossum morio)

    © gailhampshire from Cradley, Malvern, U.K.
    Große Salbei-Schmalbiene
    (Lasioglossum xanthopus)
    Große Salbei-Schmalbiene, Lasioglossum xanthopusGroße Salbei-Schmalbiene
    (Lasioglossum xanthopus)

    © Dick Belgers, Wikimedia Commons
    Weißbeinige Schmalbiene
    (Lasioglossum albipes)
    Weißbeinige Schmalbiene, Lasioglossum albipesWeißbeinige Schmalbiene
    (Lasioglossum albipes)

    © gailhampshire, Wikimedia Commons
    Frühlings-Seidenbiene
    (Colletes cunicularius)
    Frühlings-Seidenbiene, Colletes cuniculariusFrühlings-Seidenbiene
    (Colletes cunicularius)
    Gehörnte Mauerbiene
    (Osmia cornuta)
    Gehörnte Mauerbiene, Osmia cornutaGehörnte Mauerbiene
    (Osmia cornuta)
    Kleine Gartenblattschneiderbiene
    (Megachile centuncularis)
    Kleine Gartenblattschneiderbiene, Megachile centuncularisKleine Gartenblattschneiderbiene
    (Megachile centuncularis)

    © Bernhard Plank (SiLencer), Wikimedia Commons
    Rostrote Mauerbiene
    (Osmia bicornis)
    Rostrote Mauerbiene, Osmia bicornisRostrote Mauerbiene
    (Osmia bicornis)
    Zweifarbige Schneckenhausbiene
    (Osmia bicolor)
    Zweifarbige Schneckenhausbiene, Osmia bicolorZweifarbige Schneckenhausbiene
    (Osmia bicolor)

    © Frantisek Sarzík, Wikimedia Commons

    Zweiflügler, z.B. Schwebfliegen

    Cheilosia grossa
    , Cheilosia grossaCheilosia grossa

    © Sandy Rae, Wikimedia Commons
    Gemeine Feldschwebfliege
    (Eupeodes corollae)
    Gemeine Feldschwebfliege, Eupeodes corollaeGemeine Feldschwebfliege
    (Eupeodes corollae)
    Gewöhnliche Langbauchschwebfliege
    (Sphaerophoria scripta)
    Gewöhnliche Langbauchschwebfliege, Sphaerophoria scriptaGewöhnliche Langbauchschwebfliege
    (Sphaerophoria scripta)
    Zweiband-Wiesenschwebfliege
    (Epistrophe eligans)
    Zweiband-Wiesenschwebfliege, Epistrophe eligansZweiband-Wiesenschwebfliege
    (Epistrophe eligans)

    © Sjonnoh, Wikimedia Commons