Pflanzen, Insekten & Heilkraft

Letzte Änderung: 07.07.2020
Rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva)  
Weitere Bezeichnungen: Fuchsrote Lockensandbiene
Unterklasse: Pterygota (Fluginsekten)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Familie: Andrenidae
Gattung: Sandbienen (Andrena)
Heimat: Europa
Vorkommen: Häufig
Gefährdung (Rote Liste): Ungefährdet (*)

Allgemeine Informationen

Andrenidae

Andrenidae sind eine Bienenfamilie, deren Arten klein oder mittelgroß sind und zumeist solitär leben. Sie zählen zu den Bienen, die den an Blüten gesammelten, verklumpten Pollen an den Hinterbeinen transportieren (Beinsammler). Ihre Nester legen sie in der Regel im Boden an.

Sandbienen (Andrena)

Die Gattung Andrena umfasst über 1000 Arten, in Deutschland sind mehr als 100 Arten bekannt. Im Aussehen ähneln viele Sandbienenarten der Honigbiene. Sie zählen zu den Bienenarten, die Blütenpollen mit einer Haarbürste an ihren Beinen (Hinterschiene) einsammeln. Auffallend bei den Weibchen dieser Gattung ist eine samtartig behaarte flache Grube im Gesicht neben den Augen. Außerdem besitzen sie ein dichtes Haarbüschel am Schenkelring. Der Körper ist häufig durch eine dunkle, bei manchen Arten metallisch glänzende Grundfarbe gekennzeichnet.
Männliche Sandbienen schlüpfen etwas zeitiger im Frühjahr und versuchen möglichst schnell, Weibchen zu begatten. Nach der Paarung graben Weibchen bis zu 60 cm tiefe Gänge in den Boden oder nutzen bereits vorhandene Gänge. Das herausgetragene Erdreich wird in Form von kleinen Klümpchen neben den Eingängen angehäuft. Die Nester besitzen in der Regel zahlreiche Seitengänge, die in Brutzellen enden. Diese werden mit einem Nahrungsgemisch aus Pollen und Nektar befüllt sowie einem darauf abgelegtem Ei. Nach der Verpuppung schlüpfen die Imagines (geschlechtsreife Insekten) im Spätsommer, verbleiben jedoch den Winter über bis zum Frühjahr in den Brutzellen.

Rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva)

Die Rotpelzige Sandbiene ist in Mitteleuropa beheimatet und lebt in lichten Wäldern, an Waldrändern, in Park- und Gartenanlagen oder auf Trockenrasenflächen.
Ihr Nest legt die Rotpelzige Sandbiene in Hohlräumen in der Erde an kahlen, waagerechten oder leicht schrägen Stellen an (z.B. Gräben oder Fugen zwischen Pflastersteinen), die sie selbst gräbt. Diese können bis zu 55 cm tief sein. Gekennzeichnet sind die Stellen dadurch, dass dort kaum Vegetation vorhanden ist und sie möglichst unberührt bleiben.
Jedes Weibchen besitzt ihr eigenes Nest. Häufig gibt es in näherem Umkreis mehrere Nester. Die Männchen erscheinen im Frühjahr ab März etwas früher als die Weibchen. Nach der Paarung im April sterben die Männchen, während sich die Weibchen bis Ende Mai um die Brut kümmern. Dazu zählt das Anlegen von Brutzellen, das Füllen der Zellen mit einem Futterbrei (Pollen-Nektar-Gemisch) und die Eiablage auf dem Futterbrei (ein Ei pro Zelle). Die Larven schlüpfen bereits nach wenigen Tagen, wachsen schnell heran und verpuppen sich. Die Überwinterung erfolgt als geschlechtsreifes Insekt (Imago).
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Ähnliche Insektenarten / Bezug zu anderen Insektenarten

Weitere Informationen: www.wildbienen.de

Merkmale

Weibchen erreichen eine Größe zwischen 12 und 14 mm, Männchen werden zwischen 9 und 12 mm groß. Die an sich schwarz gefärbte Biene ist durch eine fuchsrote, pelzige Behaarung auf Rücken und Hinterleib gekennzeichnet. Diese ist bei Weibchen deutlich auffälliger als bei Männchen. Bei Männchen ist die Färbung zudem eher rötlich-braun und die Behaarung spärlicher. Auch die Unterseite ist bei Männchen auffallend hell behaart. Zum Pollentransport werden die Hinterbeine verwendet.
Max. Größe (♀): 14 mm
Max. Größe (♂): 12 mm

Lebensweise

Allgemeine Eigenschaften:
Solitär lebend
Nistplatz: In ebenem Erdboden nistend, In geneigtem Erdboden (z.B. in Böschungen) nistend
Die Rotpelzige Sandbiene hat keine Vorliebe für bestimmte Pflanzenfamilien (polylektisch). Sie ist jedoch häufig an Stachel- und Johannisbeeren zu beobachten.
Flugzeit: Mär - Mai

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