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Letzte Änderung: 23.02.2018
Sal-Weide (Sálix cáprea)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Palm-Weide
Gattung: Sálix
Familie: Salicáceae (Weidengewächse)
Klimazone(n): Boreales Klima, Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Asien
Häufigkeit: Häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Die Sal-Weide ist in Europa und Asien beheimatet und wächst an Weg- und Feldrändern, auf Ruderalflächen, in lichten Heide- und Laubwäldern sowie in Gewässernähe. Der Baum bevorzugt mäßig feuchte, nährstoffreiche, steinige Lehmböden an leicht schattigen bis sonnigen Standorten. Er gehört zu den Pionierpflanzen und wird durchschnittlich 60 Jahre alt.

Erscheinung:
Der aufrecht wachsende Baum besitzt ein weitläufiges, flaches Wurzelsystem und eine breite Krone. Seine Borke ist gräulich bis dunkelbraun gefärbt und längsrissig. Die Zweige sind zunächst grünlich-grau gefärbt und behaart, später verkahlen sie und nehmen eine dunklere Farbe an. Die wechselständig angeordneten, gestielten Laubblätter erscheinen erst nach der Blütezeit. Sie sind elliptisch geformt und an der Spitze häufig leicht verdreht. Junge Blätter sind beidseitig behaart, ältere Blätter nur noch auf der Blattunterseite. Der Blattrand kann glatt, unregelmäßig gekerbt, gesägt oder gezähnt sein. An der Blattbasis werden häufig kleine Nebenblätter gebildet.

Blüte:
Die Sal-Weide ist zweihäusig getrennt-geschlechtlich. Die Blüten erscheinen in aufrechten Kätzchenblütenständen, die von winzigen Tragblättern umgeben sind. Junge Weidenkätzchen erscheinen zunächst pelzig. Die männlichen, nach Honig duftenden Kätzchen sind elliptisch geformt und erreichen eine maximale Länge von etwa 2,5 cm. Jede Einzelblüte besitzt zwei Staubblätter mit relativ langen Staubfäden. Die grünlich gefärbten weiblichen Kätzchen sind kurz und zylinderförmig. Ihre Fruchtknoten sind lang gestielt und silbrig behaart. Zur Fruchtzeit strecken sie sich zu einer Länge von etwa 6 cm. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten wie z.B. Bienen und Schmetterlinge. Die Blüten sind sehr reich an Pollen und Nektar und daher im Frühjahr eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten.

Vermehrung:
Nach der Befruchtung bilden sich behaarte Kapselfrüchte, die fedrig behaarte, winzige, gräulich-grüne Samen enthalten. Die Verbreitung der Samen erfolgt durch den Wind. Die Samen sind bei Reife sofort keimfähig, die Keimfähigkeit ist jedoch nur von kurzer Dauer.

Wissenswertes

Neben der Eiche zählt die Sal-Weide zu den wichtigsten heimischen Futterpflanzen für Insekten. Die Raupen zahlreicher Schmetterlingsarten ernähren sich von ihr. Aber auch verschiedene Käferarten ernähren sich z.B. von den Blättern oder dem Saft des Baumes.

Verwendung der Pflanze

Die Rinde der Sal-Weide ist sehr gerbstoffreich und kann zum Rotfärben von Wolle, zum Gerben von Leder und als Teerbeigabe verwendet werden.
Das Holz des Baumes ist sehr hart und eignet sich zur Herstellung von Pfählen sowie von Besen- und Schaufelstielen.
Aus jungen Zweigen lassen sich z.B. Korbmöbel flechten.

Sal-Weide, Palm-Weide, Salix caprea, Salweide, Palmweide, Weide

Bild: © Eggmoon, Wikimedia CommonsCC-BY-SA-3.0

Ecosia-Bildersuche

Typ der Pflanze:Baum
Wuchsform:Aufrecht
Wuchshöhe:max. 10 m
Eigenschaften:Heilpflanze
 Bienen-/Hummel-Weide
 Schmetterlings-Weide
 Insb. Bienenweide
 Nacht-Weide

Licht-Verhältnisse:Sonnig, Halb-Schatten
Boden:Mäßig feucht, Feucht
 Nährreich

Aussaat:Jun - Jul
Blüte:Mär - Apr
Blütenstand:Kätzchen
Pollen / Nektar:Sehr viel / Sehr viel
Geschlecht:Ein-Geschlechtig, Zwei-Häusig
Frucht-/ Samenzeit:    Mai - Jun
Fruchtform:Öffnungsfrucht: Kapselfrucht

Blattform:Eiförmig, Elliptisch
Blattrand:Glatt, Ganzrandig, Gesägt, Gekerbt, Gezähnt
Blattadern:Fiedernervig: Hauptnerv mit Seiten-Nerven


Heilwirkungen der Pflanze:   
Stichwörter:
Kopfschmerzen, Migräne, Zahnschmerzen, Zahnfleisch-Entzündung, Mundschleimhaut-Entzündung, Verdauungsbeschwerden, Darmbeschwerden, Durchfall, Akne, Haut-Ekzem, Schuppenflechte, Haut-Pilz, Wund-Infektion, Nagelbett-Entzündung, Warzen, Grippaler Infekt, Heiserkeit, Fieber, Infekt, Nervosität, Erregungszustände, Schlafstörungen, Gelenk-Entzündung, Gelenk-Rheumatismus, Gicht, Rücken-Schmerzen, Menstruations-Störungen, Entzündung, Schmerzen, Fuß-Schweiß

Verwendet werden die Rinde sowie die Blätter des Baumes. Ein Tee aus der Rinde wirkt Fieber senkend, entzündungshemmend, antiseptisch, zusammenziehend, Harnsäure ausleitend und Schmerz lindernd. Er hilft bei rheumatischen Beschwerden, Gicht, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Durchfall sowie bei grippeartigen Erkrankungen. Als Gurgelmittel lindert er Entzündungen der Mundschleimhaut und Zahnfleischbluten.
Ein Tee aus Weidenkätzchen kann bei Schlaflosigkeit, Nervenbeschwerden und bei Menstruationsbeschwerden helfen.
Äußerlich angewendet hilft Weidenrinde bei Hautirritationen, Geschwüren, Kopfschuppen, Schuppenflechte, Akne und Fußschweiß. Auch bei Hühneraugen, Warzen und Schwielen kann die Rinde z.B. in Form von Asche helfen.

Anwendung
Verwendbare Pflanzenteile:
Blätter, Blüten, Rinde

Tee kann aus fein geschnittener Rinde junger Zweige zubereitet werden: die Rinde mit kaltem Wasser übergießen und mehrere Stunden einweichen lassen. Danach kurz aufkochen, etwa 5 Minuten ziehen lassen und abschließend abseihen. Für Haarspülungen können zusätzlich Blätter hinzugegeben werden.

Vitalstoffe


Sonstige Inhaltsstoffe
Flavonoide, Gerbstoffe


Nahrungspflanze für folgende Insektenarten
Abendpfauenauge
(Smerinthus ocellata)
Abendpfauenauge, Smerinthus ocellataAbendpfauenauge
(Smerinthus ocellata)

© Didier Descouens, Wikimedia Commons
Blaukopf
(Diloba caeruleocephala)
Blaukopf, Diloba caeruleocephalaBlaukopf
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© Adam Furlepa, Wikimedia Commons
C-Falter
(Polygonia c-album)
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© Andreas Eichler, Wikimedia Commons
Große Erdhummel
(Bombus magnus)
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Großer Fuchs
(Nymphalis polychloros)
Großer Fuchs, Nymphalis polychlorosGroßer Fuchs
(Nymphalis polychloros)

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Schlehen-Bürstenspinner
(Orgyia antiqua)
Schlehen-Bürstenspinner, Orgyia antiquaSchlehen-Bürstenspinner
(Orgyia antiqua)

© Beentree, Wikimedia Commons
Westliche Honigbiene
(Apis mellifera)
Westliche Honigbiene, Apis melliferaWestliche Honigbiene
(Apis mellifera)