Smagy — Das Pflanzen-Portal zum Mitmachen

Letzte Änderung: 18.12.2018
Weißer Senf (Sinápis álba)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Gelbsenf, Echter Senf
Gattung: Sinápis
Familie: Crucíferae (Kreuzblütler)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima, Subtropisches Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Nord-Afrika / Orient
Häufigkeit: Häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Der Weiße Senf ist eine Kulturpflanze, die im östlichen Mittelmeergebiet beheimatet ist. Sie wird weltweit angebaut und ist daher vorrangig auf Feldern anzutreffen. Verwildert kommt die Pflanze zerstreut auf Ruderalflächen oder an Feldrändern vor. Die Pflanze bevorzugt mäßig feuchte, durchlässige, kalkhaltige, nährstoffreiche, sandig-lehmige Böden in halbschattiger bis sonniger Lage. Sie ist frostempfindlich.

Erscheinung:
Die krautig wachsende Pflanze besitzt eine dünne, spindelförmige, tief reichende Wurzel. Ihr kantiger Stängel ist längs gerieft und borstig behaart. Die entlang des Stängels wechselständig angeordneten Laubblätter sind lang gestielt und fiederspaltig. Der Blattrand ist unregelmäßig gezähnt und teils behaart.

Blüte:
Die Blüten erscheinen in schirmtraubigen Blütenständen. Ihre vier Kronblätter sind gelb gefärbt und mit feinen Adern versehen. Sie sind nicht miteinander verwachsen. Die vier schmalen Kelchblätter weisen nach außen. Die Blüten sind reich an Nektar und Pollen und daher eine sehr gute Bienenweide.

Vermehrung:
Nach der Befruchtung bilden sich waagerecht vom Stängel abstehende Schoten, die jeweils bis zu acht hellgelbe, kugelförmige Samen enthalten. Die Schoten sind borstig behaart und enden in einem abgeflachten, zumeist gekrümmten Schnabel. Die Samen benötigen lediglich etwa 100 Tage bis zur Reifung.

Wissenswertes

Alle Pflanzenteile sind schwach giftig. Ein übermäßiger Verzehr kann zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Auf der Haut können bei falscher Anwendung von Senfumschlägen Entzündungen auftreten.

Verwendung der Pflanze

Aus reifen Samenkörnern wird milder Speisesenf hergestellt. Ganze Körner hemmen das Wachstum von Schimmel und Bakterien und werden daher häufig verwendet, um die Haltbarkeit von gesäuertem Gemüse zu verbessern. Der scharfe Geschmack entsteht erst nach dem Zermahlen der Körner und in Verbindung mit Flüssigkeit. Das Aroma verflüchtigt sich sehr schnell. Daher sollte Senf möglichst erst kurz vor dem Verzehr gemahlen werden.
Senf-Keimlinge und junge Blätter sind ebenfalls essbar. Sie sind scharf im Geschmack und können als Salatbeilage, Gewürz oder ähnlich wie Spinat verwendet werden.
Aus Senfsamen kann sowohl Speise- als auch Brennöl gewonnen werden. Vom Verzehr wird jedoch häufig abgeraten, da das Speiseöl neben ungesättigten Ölsäuren auch schädliche Fettsäuren enthält.
Weißer Senf ist eine sehr gute Gründüngungspflanze. Durch ihr stark verzweigtes und tief reichendes Wurzelsystem hilft die Pflanze bei Bodenverdichtungen und trägt zur Humusbildung bei.
Die Pflanze (ohne Früchte) bzw. vor der Blüte eignet sich als Futterpflanze für Tiere. Senf-Pressrückstände sollten nicht als Tierfutter verwendet werden. Die Verfütterung an Pferde kann z.B. tödlich enden.

Weißer Senf, Gelbsenf, Echter Senf, Sinapis alba, Brassica alba

Bild: © Abrahami, Wikimedia CommonsCC-BY-SA-3.0

Ecosia-Bildersuche

Typ der Pflanze:Ein-Jährig
Wuchsform:Aufrecht
Wuchshöhe:max. 100 cm
Eigenschaften:Essbar
 Tiefwurzler
 Heilpflanze
 Bienen-/Hummel-Weide
 Grün-Dünger
 Insb. Honig-Bienenweide

Licht-Verhältnisse:Sonnig, Halb-Schatten
Boden:Mäßig feucht
 Basisch, Nährreich, Humos

Aussaat:Mär - Apr
Blüte:Jun - Sep
Blütenstand:Dolden-Traube
Blütenform:4 Kronblätter
Pollen / Nektar:Viel / Viel
Geschlecht:Zwitter (Zwei-Geschlechtig)
Frucht-/ Samenzeit:    Jul - Okt
Fruchtform:Öffnungsfrucht: Schote

Blattform:Gefiedert
Blattrand:Gekerbt, Gezähnt, Behaart
Blattadern:Fiedernervig: Hauptnerv mit Seiten-Nerven


Heilwirkungen der Pflanze:   
Stichwörter:
Kopfschmerzen, Niedriger Blutdruck, Durchblutungsstörungen, Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Darmbeschwerden, Stuhl-Verstopfung, Blähungen, Haut-Pilz, Husten, Erkältung, Heiserkeit, Bronchitis, Nasen-Nebenhöhlen-Entzündung, Atemwegs-Beschwerden, Gelenk-Rheumatismus, Krebs, Diabetes, Verkrampfung, Schmerzen, Nerven-Schmerzen

Gemahlene Senfkörner, die zu Speisesenf verarbeitet wurden, regen den Appetit an und unterstützen bei der Verdauung (Blähungen, Verstopfung). Senf wirkt zudem antibakteriell, Pilz hemmend, Schweiß treibend und Schleim lösend. Der Verzehr von scharfem Senf hilft dabei, die Atemwege zu befreien und kann die Beschwerden einer Nebenhöhlenentzündung lindern. Außerdem steigert er den Blutdruck und kann bei der Vorbeugung von Krebs helfen. Bei Magen-Darm-Erkrankungen wie z.B. Gastritis oder einem Magengeschwür sollte der Verzehr mit Vorsicht geschehen.
Der Verzehr der Blätter kann bei Diabetes helfen.
Äußerlich angewendet steigern Senfbreiumschläge die Durchblutung und wirken Haut reizend. Sie helfen bei Gelenk- und Nervenentzündungen sowie bei Krämpfen. Ihre wärmende Wirkung kann bei akuten Entzündungen jedoch auch nachteilig sein, da diese eher Kühlung benötigen. Empfindliche Körperstellen wie z.B. Gesichtsbereiche sollten nicht auf diese Art behandelt werden. Auch bei Nierenerkrankungen und Schilddrüsenunterfunktion sollte von einer Anwendung abgesehen werden.

Anwendung
Verwendbare Pflanzenteile:
Blätter, Früchte

Vitalstoffe


Sonstige Inhaltsstoffe
Ätherische Öle, Schleimstoffe, Linolsäure, Linolensäure


Harmonie mit anderen Pflanzen:
Rainfarnblättriges Büschelschön
(Phacélia tanacetifólia)
Rainfarnblättriges BüschelschönRainfarnblättriges Büschelschön
(Phacélia tanacetifólia)

Buchweizen
(Fagopýrum esculéntum)
BuchweizenBuchweizen
(Fagopýrum esculéntum)


Ähnliche Pflanzen
Schwarzer Senf
(Brássica nígra)
Schwarzer SenfSchwarzer Senf
(Brássica nígra)

© H. Zell, Wikimedia Commons
Acker-Senf
(Sinápis arvénsis)
Acker-SenfAcker-Senf
(Sinápis arvénsis)


Nahrungspflanze für folgende Insektenarten
Blauschillernde Sandbiene
(Andrena agilissima)
Blauschillernde Sandbiene, Andrena agilissimaBlauschillernde Sandbiene
(Andrena agilissima)

© Pedroserafin, Wikimedia Commons
Westliche Honigbiene
(Apis mellifera)
Westliche Honigbiene, Apis melliferaWestliche Honigbiene
(Apis mellifera)