Pflanzen, Insekten & Heilkraft

Letzte Änderung: 26.11.2021
Kartoffel (Solánum tuberósum)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Erdapfel, Grundbirne
Gattung: Solánum
Familie: Solanáceae (Nachtschattengewächse)
Klimazone(n): Boreales Klima, Warmgemäßigtes Klima, Subtropisches Klima
Ursprüngl. Heimat: Südamerika
Häufigkeit: Häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Die Kartoffel stammt ursprünglich aus den Anden in Südamerika. Nach Europa wurde die Pflanze aufgrund ihrer Blüte und des vielen Laubes als Zierpflanze importiert. Heute wird die Kartoffel weltweit als eine der wichtigsten Nahrungspflanzen angebaut, mit Ausnahme der tropischen und arktischen Klimazonen.
Kartoffeln wachsen bevorzugt auf warmen, feinen, sandigen, lockeren Lehmböden, die einen guten Luft-, Wasser- und Wärmeaustausch ermöglichen. Daher werden die Pflanzen in der Regel in Dämmen angebaut. Die Pflanze zählt zu den Starkzehrern.

Blüte:
Die Bestäubung erfolgt durch den Wind oder durch Insekten.

Vermehrung:
Kartoffeln werden in der Regel durch Pflanzknollen angebaut, die zwischen April und Mai gesetzt werden. Sie vermehren sich durch Bildung von Tochterknollen. Generative Vermehrung durch Samen, die sich in den grünen oberirdischen Beeren entwickeln, ist ebenfalls möglich.

Wissenswertes

Es gibt etwa 5000 verschiedene Sorten. Kartoffeln werden anhand des Stärkegehalts, der Schalen- und Fleischfarbe, der Knollenform und der Schalenbeschaffenheit unterschieden.
Kultivierte Kartoffeln werden in frühe, mittlere und späte Sorten unterteilt. Diese unterscheiden sich in der Wachstumsdauer, die zwischen 90 und 180 Tagen liegen kann. Frühkartoffeln werden geerntet, wenn das Laub noch grün ist. Kartoffeln, die eingelagert werden sollen, werden geerntet, nachdem das Laub abgestorben ist.

Verwendung der Pflanze

Kartoffeln sind ein wichtiges nährstoffreiches Nahrungsmittel. Sie werden aufgrund ihrer Kocheigenschaften in festkochende, vorwiegend festkochende, mehlig kochende und übrige Sorten unterteilt. Zudem gibt es spezielle Kartoffelsorten, die als Tierfutter oder zur Weiterverarbeitung zu Kartoffelchips oder Pommes frites verwendet werden. Außerdem werden Kartoffeln für die Produktion von Stärke und Alkohol genutzt.
Wenn Kartoffeln zu warm gelagert werden und Licht ausgesetzt sind, beginnen sie zu keimen und werden dadurch ungenießbar. Auch grüne Kartoffeln sind ungenießbar. Die Knollen sollten daher immer ausreichend mit Erde bedeckt sein.

Typ der Pflanze:Staude
Wuchsform:Aufrecht
Wuchshöhe:max. 100 cm
Eigenschaften:Essbar
 Heilpflanze
 Schnecken resistent

Licht-Verhältnisse:Sonnig
Boden:Mäßig feucht
 Nährreich, Humos

Blüte:Jun - Aug
Blütenstand:Dolde
Blütenform:5 Kronblätter
Geschlecht:Zwitter (Zwei-Geschlechtig)
Frucht-/ Samenzeit:    Aug - Sep
Fruchtform:Schließfrucht: Beere

Blattform:Zusammengesetzt: Gefiedert
Blattgröße (LxB):ca. 7 x 4 cm
Blattrand:Glatt, Ganzrandig
Blattadern:Fiedernervig: Hauptnerv mit Seiten-Nerven

Pflanzen-Anbau

Anbau-Typ: Voranzucht, Pflanzung, Legen
Zehrer-Typ: Starkzehrer
Saattiefe: ca. 10.0 cm
Pflanzen-Abstand: 35 cm, Pflanzen/m²: 5
Ertrag/m²: 3.00 kg

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Voranzucht
Aussaat
Pflanzung
Wachstum
Ernte

Anmerkungen

Kartoffeln können ausgesät (Voranzucht bei etwa 20 Grad) und später ausgepflanzt oder gleich im Freien gelegt werden. Bei der Aussaat ist zu beachten, dass die späteren Pflanzen nicht identisch mit der Mutterpflanze sind. Da Kartoffeln frostempfindlich sind, sollten sie erst nach den Eisheiligen ausgepflanzt werden.
Für eine frühzeitige Ernte können Kartoffeln bereits ab März vorkeimen. Der Boden sollte möglichst feucht, durchlässig, nährstoffreich und locker sein. Kartoffeln zählen zu den Hackfrüchten. Sobald das erste Grün zu sehen ist, sollte regelmäßig angehäufelt und der Boden unkrautfrei gehalten werden.
Die Vegetationszeit von Frühkartoffeln beträgt etwa 110 Tage, späte Sorten haben eine Vegetationszeit von bis zu 160 Tagen. Der Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn die Pflanzen ihre natürliche Ruhepause einlegen und das Kraut gelb wird und verdorrt.
Kartoffeln hinterlassen einen guten Boden und sind eine gute Vorkultur für verschiedenste Gemüsearten. Ein regelmäßiger Fruchtwechsel ist wichtig. Daher sollten Kartoffeln nur alle 4 Jahre an gleicher Stelle wachsen.

Heilwirkungen der Pflanze

Stichwörter:
Magenbeschwerden, Bauchschmerzen, Druck- und Völlegefühl, Sodbrennen, Reiz-Magen, Verkrampfung

Kartoffelsaft, der sich bei roh geriebenen Kartoffeln nach einiger Zeit absetzt, hilft bei Magen- und Darmbeschwerden, wirkt Krampf lösend und hemmt die Magensäureproduktion. Er sollte jedoch aufgrund des enthaltenen Solanins nur in Maßen verzehrt werden.

Vitalstoffe


Vitamine Enthaltene Menge in 100g Durchschnitt aller Pflanzen Empfohlene Tages-Menge
Vitamin A (Retinal, Retinol, Retinsäuren)0.002 mgØ 0.431 mg0.9 mg
Vitamin B1 (Thiamin)0.1 mgØ 0.165 mg1.2 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.05 mgØ 0.102 mg1.5 mg
Vitamin B3 (Niacin, Nicotinsäure)1.5 mgØ 2.218 mg18 mg
Vitamin B6 (Pyridoxin)0.19 mgØ 0.188 mg1.7 mg
Vitamin B7 (Biotin)0.3 µgØ 5.147 µg60 µg
Vitamin B9 (Folsäure)10 µgØ 39.332 µg200 µg
Vitamin C (Ascorbinsäure)14 mgØ 59.908 mg100 mg
Vitamin E (Tocopherol)0.1 mgØ 2.73 mg12 mg

Mineralstoffe Enthaltene Menge in 100g Durchschnitt aller Pflanzen Empfohlene Tages-Menge
Calcium10 mgØ 59.235 mg1000 mg
Eisen0.8 mgØ 2.311 mg13 mg
Fluor0.01 mgØ 0.048 mg2.5 mg
Jod3.8 µgØ 3.559 µg200 µg
Kalium0.44 gØ 0.343 g3 g
Magnesium25 mgØ 56.051 mg350 mg
Natrium3 mgØ 15.273 mg2000 mg
Phosphor45 mgØ 114.339 mg800 mg
Selen10 µgØ 4.171 µg60 µg
Zink0.3 mgØ 0.881 mg13 mg

Weitere Vitalstoffe Enthaltene Menge in 100g Durchschnitt aller Pflanzen Empfohlene Tages-Menge
Proteine2 gØ 5.223 g55 g
Kohlenhydrate15.4 gØ 16.812 g300 g
Ballaststoffe1.7 gØ 4.591 g30 g



Harmonie mit anderen Pflanzen:
Echter Spinat
(Spinácia olerácea)
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(Spinácia olerácea)
Familie: Chenopodiáceae (Gänsefußgewächse)
Garten-Ringelblume
(Caléndula officinális)
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Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)
Niedrige Studentenblume
(Tagétes pátula)
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Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)
Gewöhnlicher Meerrettich
(Armorácia rusticána)
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Familie: Crucíferae (Kreuzblütler)

© Pethan, Wikimedia Commons
Kohlrabi
(Brássica olerácea var. gongylódes)
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Familie: Crucíferae (Kreuzblütler)

© Rasbak, Wikimedia Commons
Radieschen
(Ráphanus satívus var. satívus)
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Familie: Crucíferae (Kreuzblütler)
Mais
(Zéa máys)
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Familie: Gramíneae (Süßgräser)
Pfefferminze
(Méntha piperíta)
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Familie: Labiátae (Lippenblütler)
Ackerbohne
(Vícia fába)
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Familie: Leguminósae (Schmetterlingsblütengewächse)

© Rasbak, Wikimedia Commons
Buschbohne
(Phaséolus vulgáris var. nánus)
BuschbohneBuschbohne
(Phaséolus vulgáris var. nánus)
Familie: Leguminósae (Schmetterlingsblütengewächse)
Stangenbohne
(Phaséolus vulgáris var. vulgáris)
StangenbohneStangenbohne
(Phaséolus vulgáris var. vulgáris)
Familie: Leguminósae (Schmetterlingsblütengewächse)
Kapuziner-Kresse
(Tropaeolum május)
Kapuziner-KresseKapuziner-Kresse
(Tropaeolum május)
Familie: Tropaeoláceae (Kapuzinerkressengewächse)
Echter Kümmel
(Cárum cárvi)
Echter KümmelEchter Kümmel
(Cárum cárvi)
Familie: Umbellíferae (Doldengewächse)

© H. Zell, Wikimedia Commons
Garten-Dill
(Anéthum gravéolens var. hortórum)
Garten-DillGarten-Dill
(Anéthum gravéolens var. hortórum)
Familie: Umbellíferae (Doldengewächse)
Echter Koriander
(Coriándrum satívum)
Echter KorianderEchter Koriander
(Coriándrum satívum)
Familie: Umbellíferae (Doldengewächse)
Echter Baldrian
(Valeriána officinális)
Echter BaldrianEchter Baldrian
(Valeriána officinális)
Familie: Valerianáceae (Baldriangewächse)

Nahrungspflanze für folgende Insektenarten

Anzahl Schmetterlinge: 1
Anzahl Hautflügler, z.B. Wildbienen: 0
Anzahl Zweiflügler, z.B. Schwebfliegen: 0
Anzahl Käfer: 0
Anzahl Schnabelkerfe: 0

Schmetterlinge

Rübenzünsler
(Loxostege sticticalis)
Rübenzünsler, Loxostege sticticalisRübenzünsler
(Loxostege sticticalis)