Smagy — Das Pflanzen-Portal zum Mitmachen

Letzte Änderung: 19.11.2018
Echtes Labkraut (Gálium vérum)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Gelbes Waldstroh, Sternkraut, Gelb-Labkraut, Liebkraut, Liebfrauenstroh
Gattung: Gálium
Familie: Rubiáceae (Rötegewächse)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Asien
Häufigkeit: Selten


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Das Echte Labkraut ist in den gemäßigten Zonen Europas und Asiens beheimatet und wächst auf Magerrasen, an Böschungen oder an Wegrändern. Die Pflanze bevorzugt mäßig feuchte, magere, kalkhaltige Lehmböden in halbschattiger bis sonniger Lage.

Erscheinung:
Die krautig wachsende Pflanze bildet unterirdische und oberirdische Ausläufer. Sie besitzt eine lange, kräftige, verzweigte Hauptwurzel. Ihr runder Stängel ist kurz borstig behaart. Die länglich schmalen Laubblätter sind quirlig angeordnet. Der Blattrand ist glatt, die Blattunterseite fein behaart.

Blüte:
Die zahlreichen, kleinen Blüten erscheinen in rispigen Blütenständen. Sie besitzen vier gelbe Kronblätter. Aus den Blüten ragen vier Staubblätter sowie ein zweigeteiltes Fruchtblatt heraus. Die Blüten duften auffallend nach Honig.

Vermehrung:
Nach der Befruchtung bilden sich zweiteilige Spaltfrüchte. Vegetativ kann die Pflanze durch Wurzelausläufer vermehrt werden.

Wissenswertes

Das Echte Labkraut dient als Futterpflanze für die Raupen verschiedener Nachtfalter wie z.B. den Kleinen Weinschwärmer oder das Taubenschwänzchen.

Verwendung der Pflanze

Aus der Wurzel der Pflanze kann ein roter Farbstoff gewonnen werden, der sich z.B. zum Färben von Wolle eignet. Aus den Blüten lässt sich ein gelber Farbstoff gewinnen.
Für Getränke können die Blüten als Aroma und zum Gelbfärben verwendet werden.
Die Pflanze enthält Labferment und kann Milch zum Gerinnen bringen. Daher eignet sie sich zur Herstellung von Käse.

Typ der Pflanze:Staude
Wuchsform:Aufrecht, Kriechpflanze
Wuchshöhe:max. 70 cm
Eigenschaften:Heilpflanze
 Schmetterlings-Weide

Licht-Verhältnisse:Sonnig, Halb-Schatten
Boden:Trocken, Mäßig feucht
 Basisch, Mager

Blüte:Mai - Sep
Blütenstand:Rispe
Blütenform:4 Kronblätter
Frucht-/ Samenzeit:    Aug - Okt
Fruchtform:Schließfrucht: Spaltfrucht

Blattform:Nadelförmig, Länglich schmal
Blattrand:Glatt, Ganzrandig


Heilwirkungen der Pflanze:   
Stichwörter:
Nieren-Beschwerden, Nierensteine, Blasen-Beschwerden, Wund-Infektion, Entzündung, Verkrampfung

Die Pflanze wirkt Harn treibend, entzündungshemmend und Krampf lösend. Äußerlich angewendet hilft sie bei der Wundheilung.

Anwendung
Verwendbare Pflanzenteile:
Blätter, Blüten

Aus dem getrockneten Kraut kann ein Tee zubereitet werden. Dazu das Kraut mit kochendem Wasser übergießen und für etwa 10 Minuten ziehen lassen.

Vitalstoffe


Sonstige Inhaltsstoffe
Ätherische Öle, Flavonoide


Nahrungspflanze für folgende Insektenarten
Hainschwebfliege
(Episyrphus balteatus)
Hainschwebfliege, Episyrphus balteatusHainschwebfliege
(Episyrphus balteatus)
Kleiner Weinschwärmer
(Deilephila porcellus)
Kleiner Weinschwärmer, Deilephila porcellusKleiner Weinschwärmer
(Deilephila porcellus)

© Olei, Wikimedia Commons
Labkrautschwärmer
(Hyles gallii)
Labkrautschwärmer, Hyles galliiLabkrautschwärmer
(Hyles gallii)

© Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, Wikimedia Commons
Taubenschwänzchen
(Macroglossum stellatarum)
Taubenschwänzchen, Macroglossum stellatarumTaubenschwänzchen
(Macroglossum stellatarum)

© Jerzy Strzelecki, Wikimedia Commons