Pflanzen, Insekten & Heilkraft

Silber-Weide

Sálix álba


Gattung: Sálix
Familie: Salicáceae (Weidengewächse)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Asien, Nordafrika / Orient

Silber-Weide

Pflanzen-Typ: Baum

Wuchsform: Aufrecht

Wuchshöhe: max. 35 m

Aussaat: Jul - Aug
Blüte: Apr - Mai
Fruchtreife: Jun - Jul

Eigenschaften:

Heilpflanze
Bienen-/Hummel-Weide, Schmetterlings-Weide, Insb. Honigbienen-Weide

Standort:

Sonnig, Halb-Schatten

Boden:

Mäßig feucht, Feucht, Basisch, Nährreich

Allgemeine Informationen

Die Silber-Weide ist ein Baum, der in Europa, in Nordafrika und in Zentralasien beheimatet ist. Er wächst in Uferbereichen von Bächen, Flüssen und Seen sowie in Auwäldern und Überschwemmungsgebieten und bevorzugt mäßig feuchte bis feuchte, durchlässige, nährstoff- und basenreiche, sandig-kiesige Tonböden. Der Baum zählt zu den Pionierpflanzen.

Aussehen

Die Silber-Weide kann ein Alter von bis zu 200 Jahren erreichen. Ihr Stamm kann bis zu einen Meter dick werden. Die Borke ist gräulich-braun bis dunkelgrau und bei älteren Bäumen tief gefurcht. Die Äste sind steil nach oben gerichtet. Junge Zweige sind gelb bis rötlich-braun gefärbt und zumeist flaumig anliegend behaart. Das Wurzelsystem des Baumes ist flach und weitläufig. Die Laubblätter sind länglich schmal, kurz gestielt und am Rand fein gesägt. Die Ober- und Unterseite der Blätter ist seidig behaart. Die etwas dichtere Behaarung der Blattunterseite lässt die Blätter silbrig glänzend erscheinen. Die Behaarung schützt die Blätter vor Verdunstung und zu starker Sonneneinstrahlung.

Bei den Blüten des Baumes handelt es sich um Kätzchen. Sie sind zweihäusig und erscheinen nach dem Blattaustrieb. Die männlichen Kätzchen sind gelb gefärbt und aufwärts gerichtet. Sie können etwa 7 cm lang werden. Die weiblichen Blüten sind eher grünlich gefärbt, häufig gebogen und ebenfalls leicht aufwärts weisend. Sie sind schlanker als die männlichen Blüten und mit Nektardrüsen besetzt. Die Blüten sind reich an Pollen und Nektar und daher eine sehr gute Tracht für Insekten wie z.B. Hummeln und Bienen.

Vermehrung

Nach der Befruchtung bilden sich Kapselfrüchte, die fedrig behaarte, winzige Samen enthalten. Ein Baum kann pro Jahr hunderttausende Samen hervorbringen. Die Samen werden durch den Wind in einem Umkreis von bis zu 50 km verbreitet. Die Keimung der Samen erfolgt sehr schnell. Keimlinge sind sehr empfindlich gegenüber Austrocknung, Licht- und Nährstoffkonkurrenz.
Vegetativ kann die Weide durch Stecklinge vermehrt werden, die entweder bis zur Bewurzelung in Wasser gestellt oder direkt in den Boden gesetzt werden.

Verwendung

In Überschwemmungsgebieten trägt die Silber-Weide zur Uferbefestigung bei. Sie schützt zudem vor Bodenerosion und verbessert den Boden.
Die Zweige sind sehr biegsam und können zum Korbflechten verwendet werden. Zu diesem Zweck werden Weiden zu so genannten Kopfweiden herangezogen. Jungbäume werden dazu auf eine Höhe von 1 bis 3 Meter gekürzt und müssen daraufhin regelmäßig beschnitten werden.

Gut zu wissen

Weiden sind nicht nur eine hervorragende Nahrungsquelle für Hummeln und Bienen, sie dienen auch zahlreichen Schmetterlingsraupen als wichtige Nahrung.
Auch Biber mögen die Rinde des Baumes, der zum Baum des Jahres 1999 gewählt wurde.

Heilwirkungen

Stichwörter:
Kopfschmerzen, Migräne, Akne, Haut-Ekzem, Schuppenflechte, Wund-Infektion, Warzen, Fieber, Grippaler Infekt, Erkältung, Gelenk-Entzündung, Gelenk-Rheumatismus, Gicht, Entzündung, Schmerzen, Nacht-Schweiß


Die Rinde der Weide enthält einen Stoff namens Salicin, der Schmerz lindernd, entzündungshemmend, antibakteriell, zusammenziehend, Fieber senkend sowie Harn und Schweiß treibend wirkt. Als Tee zubereitet hilft die Rinde unter anderem bei Kopfschmerzen, Erkältung, Grippe, Rheuma, Gicht und Arthritis.
Äußerlich angewendet hilft die Weide bei Hautentzündungen, Hautunreinheiten und Geschwüren. Eine Haarspülung kann bei Kopfschuppen helfen.
Während der Schwangerschaft oder bei Blutgerinnungsstörungen sollte von einer Anwendung abgesehen werden.


Anwendung
Verwendbare Pflanzenteile:
Blätter, Rinde

Die Rinde sollte im Frühjahr oder Herbst von jungen Ästen gesammelt werden. Für die Tee-Zubereitug wird etwas Rinde mit kochendem Wasser übergossen. Nach etwa 10 Minuten kann abgeseiht und der Tee getrunken werden. Alternativ kann die Rinde auch für etwa 4 bis 6 Stunden in kaltem Wasser eingeweicht und im Anschluss kurz aufgekocht werden. Das Ganze sollte man vor dem Abseihen noch etwa 5 Minuten ziehen lassen.
Für die Haarspülung werden Rinde und möglichst junge Blätter mit kaltem Wasser angesetzt und für etwa 6 Stunden stehen gelassen. Im Anschluss wird der Ansatz kurz aufgekocht und gesiebt.
Aus Weidenrinde lässt sich auch eine Tinktur zubereiten. Dazu wird die Rinde mit Weingeist oder Doppelkorn übergossen und für mehrere Woche stehen gelassen. Anschließen die Mischung abseihen und in möglichst dunkle Flaschen füllen.