Pflanzen, Insekten & Heilkraft

Schwarzer Holunder

Sambúcus nígra

Alternative Bezeichnungen: Maßholder, Holler, Holderbusch
Gattung: Sambúcus
Familie: Caprifoliáceae (Geißblattgewächse)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa

Schwarzer Holunder

Pflanzen-Typ: Strauch

Wuchsform: Aufrecht

Wuchshöhe: max. 7 m

Blüte: Mai - Jul
Fruchtreife: Aug - Okt

Eigenschaften:

Essbar, Heilpflanze, Färberpflanze
Stickstoff-Zeiger, Vogel-Weide, Nacht-Weide

Standort:

Halb-Schatten

Boden:

Mäßig feucht, Feucht, Nährreich, Humos

Allgemeine Informationen

Der Schwarze Holunder ist in Europa, in Nordafrika, in Westsibirien, im nördlichen Indien sowie in Kleinasien anzutreffen. Er wächst auf Waldlichtungen, in Gebüschen, an Ufern, in Auenwäldern oder an Wegrändern. Die Pflanze bevorzugt stickstoffreiche, frische, kalkhaltige Lehmböden, die auch leicht sandig sein können. Ansonsten ist sie jedoch recht robust und anspruchslos.

Aussehen

Der Holunder besitzt flache Wurzeln, die sich stark ausbreiten. Die Borke ist graubraun und rissig. Die Zweige wachsen häufig bogenartig und besitzen weißliches Mark.

Die Blüten wachsen in Schirmrispen und verbreiten einen fruchtigen Duft. Die einzelnen Blüten sind weiß bis leicht gelblich. Sie werden hauptsächlich von Hautflüglern bestäubt.

Vermehrung

Nach der Befruchtung bilden sich zunächst rote, später im reifen Zustand schwarze kugelige Steinfrüchte. Diese sitzen an sich rot färbenden Stielen. Die Früchte werden von Vögeln und Säugetieren verbreitet. Neben der Vermehrung durch Samen kann der Holunder auch durch Stecklinge (einjährige Triebe) vermehrt werden.

Verwendung

Holunder-Blüten können als Aroma für Limonade, Likör, Kuchen oder andere Süßspeisen verwendet werden.
Die reifen, schwarz gefärbten Früchte sind im rohen Zustand leicht giftig und sollten vor dem Verzehr erwärmt werden. Nach dem Kochen können sie zu Marmelade, Gelee, Saft, Wein oder Likör weiterverarbeitet werden.
Die Früchte des Holunders besitzen einen violetten Farbstoff, der zum Färben von Haaren, Textilien oder Lebensmitteln (z.B. Wein, Süßigkeiten oder Molkereiprodukte) verwendet werden kann.

Gut zu wissen

Die schwarz-roten beerenartigen Steinfrüchte werden von Vögeln wie z.B. der Mönchsgrasmücke gern gefressen.

Heilwirkungen

Stichwörter:
Zahnfleisch-Entzündung, Oxidativer Stress, Herz-Rhythmus-Störungen, Herzinfarkt, Herz-Schwäche, Schwindel-Zustände, Magenbeschwerden, Bauchschmerzen, Darmbeschwerden, Stuhl-Verstopfung, Blasen-Beschwerden, Nieren-Beschwerden, Atemwegs-Beschwerden, Bronchitis, Fieber, Heiserkeit, Grippaler Infekt, Husten, Erkältung, Konzentrationsmangel, Verschlackung, Entzündung, Abwehrschwäche, Schmerzen


Holunderbeersaft oder Tee aus getrockneten Holunder-Blüten oder der Rinde hilft bei Erkältungen, Grippe, Magenbeschwerden sowie bei Nieren- und Blasenleiden und wirkt Schweiß treibend, entzündungshemmend, schmerzlindernd, fiebersenkend und Schleim lösend. Außerdem trägt er zur Stärkung von Herz und Kreislauf bei und schützt vor freien Radikalen.
Die Früchte besitzen zudem eine leicht abführende Wirkung. Sie sollten jedoch nicht roh verzehrt, sondern vor dem Verzehr erwärmt werden.


Anwendung
Verwendbare Pflanzenteile:
Blüten, Früchte, Rinde

Vitalstoffe

Vitamine Enthaltene Menge in 100g Durchschnitt aller Pflanzen Empfohlene Tages-Menge
Vitamin A (Retinal, Retinol, Retinsäuren)Menge unbekanntØ 0.431 mg0.9 mg
Vitamin B1 (Thiamin)Menge unbekanntØ 0.165 mg1.2 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)Menge unbekanntØ 0.102 mg1.5 mg
Vitamin B3 (Niacin, Nicotinsäure)1.48 mgØ 2.218 mg18 mg
Vitamin B5 (Pantothensäure)0.18 mgØ 0.46 mg6 mg
Vitamin B7 (Biotin)2 µgØ 5.147 µg60 µg
Vitamin B9 (Folsäure)17 µgØ 39.332 µg200 µg
Vitamin C (Ascorbinsäure)18 mgØ 59.484 mg100 mg

Mineralstoffe Enthaltene Menge in 100g Durchschnitt aller Pflanzen Empfohlene Tages-Menge
EisenMenge unbekanntØ 2.311 mg13 mg
FluorMenge unbekanntØ 0.048 mg2.5 mg
KaliumMenge unbekanntØ 0.343 g3 g

Sonstige Inhaltsstoffe
Ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Schleimstoffe