Pflanzen, Insekten & Heilkraft

Purgier-Kreuzdorn

Rhámnus cathártica

Alternative Bezeichnungen: Echter Kreuzdorn, Purgierdorn, Purgierstrauch, Wegedorn, Färbedorn
Gattung: Rhámnus
Familie: Rhamnáceae (Kreuzdorngewächse)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Asien, Nordafrika / Orient

Purgier-Kreuzdorn
Bild: © Robert Flogaus-Faust, Wikimedia CommonsCC-BY-4.0

Pflanzen-Typ: Strauch, Baum

Wuchsform: Aufrecht, Kriechpflanze

Wuchshöhe: max. 0 cm

Aussaat: Okt - Nov
Blüte: Mai - Jun
Fruchtreife: Sep - Okt

Eigenschaften:

Giftig, Tiefwurzler, Heilpflanze, Färberpflanze
Bienen-/Hummel-Weide, Vogel-Weide

Standort:

Sonnig, Halb-Schatten

Boden:

Mäßig feucht, Basisch, Mager

Allgemeine Informationen

Der Purgier-Kreuzdorn ist in Europa, in Nordwestafrika sowie in Teilen Asiens (z.B. West-Sibirien, Vorderasien, Zentralasien) beheimatet und wächst in Auwäldern, an Waldrändern, in Hecken, an Wegrändern sowie an felsigen Hängen. Die Pflanze bevorzugt mäßig feuchte, kalkhaltige, nährstoffarme, lehmhaltige Böden in halbschattiger bis leicht sonniger Lage. Als kleiner Baum kann die Pflanze eine Höhe von bis zu 6 Metern und ein Alter von bis zu 100 Jahren erreichen. Er ist hitzeresistent. Schnittarbeiten verträgt er weniger gut.

Aussehen

Der aufrecht wachsende Strauch oder Baum breitet sich durch Wurzelsprosse aus. Er besitzt eine tiefreichende Herzwurzel. Die Zweige sind gegenständig kreuzweise angeordnet. Die Rinde junger Triebe ist hellgrau. Mit zunehmendem Alter wird sie dunkel bis schwarz-braun und löst sich blättrig ab. Bei Verletzung der Rinde verströmt die Pflanze einen unangenehmen Geruch. An den Zweigenden werden lange Dornen gebildet. Die Laubblätter sind nahezu gegenständig angeordnet und kurz bis lang gestielt. Ihre Form ist elliptisch, teils rundlich, der Blattrand fein gesägt oder gekerbt. Die Blattnerven treten deutlich in Erscheinung.

Der Purgier-Kreuzdorn ist zweihäusig getrenntgeschlechtlich. Die Blüten erscheinen in Form von Büscheln aus den Blattachseln. Sie sind eher unscheinbar, gelblich-grün gefärbt und vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten wie z.B. Bienen und Fliegen.

Vermehrung

Nach der Befruchtung bilden sich kugelförmige, zunächst grün, bei Reife schwarz-violett gefärbte, fleischige Steinfrüchte. Die Früchte enthalten jeweils 3-4 kantige Steinkerne. Die Verbreitung der Samen erfolgt durch Vögel nach dem Verzehr. Vegetativ kann die Pflanze durch Wurzelsprosse oder Stecklinge vermehrt werden.

Verwendung

Das rötlich-gelbe, harte, schwere, dauerhafte Holz wird gern zum Drechseln oder im Möbelbau verwendet.
Die Früchte enthalten das Flavonoid Rhamnetin, das in Verbindung mit Metallsalzen einen lichtbeständigen und wasserunlöslichen Farbstoff zur Färbung von Wolle oder Leder ergibt. Auch für die Malerei lässt sich je nach Reifegrad der Früchte ein gelber, grüner oder roter Farbstoff gewinnen.

Gut zu wissen

Unreife Früchte sind giftig. Der Verzehr kann zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall führen.
Die Früchte dienen als späte Nahrungsquelle für Vögel.

Heilwirkungen

Stichwörter:
Verdauungsbeschwerden, Darmbeschwerden, Stuhl-Verstopfung


Getrocknete, reife Früchte und die Rinde wirken als Abführ- und Brechmittel. Die Früchte sollten jedoch nicht länger als 14 Tage eingenommen werden. Sie sollten zudem möglichst abends und maximal 2-3 Mal pro Woche Anwendung finden. Während der Schwangerschaft, der Stillzeit oder bei Darmbeschwerden wie z.B. Darmverschluss oder entzündlichen Darmerkrankungen sollte auf eine Einnahme verzichtet werden.


Anwendung
Verwendbare Pflanzenteile:
Früchte, Rinde

Aus zerkleinerten, getrockneten Früchten kann ein Tee zubereitet werden. Dazu etwa 4 Gramm Früchte mit siedendem Wasser übergießen und nach etwa 10-15 Minuten abseihen.

Vitalstoffe

Vitamine Enthaltene Menge in 100g Durchschnitt aller Pflanzen Empfohlene Tages-Menge
Vitamin C (Ascorbinsäure)Menge unbekanntØ 59.484 mg100 mg

Sonstige Inhaltsstoffe
Flavonoide, Gerbstoffe