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Der Boden und sein Nutzen

Gefahren für den Boden

Humus-Boden – So geht's


Humus-Boden selbstgemacht

Durch den Aufbau von Humus-Boden sorgen Sie für einen geschlossenen Kreislauf. Sie verwerten Ihre organischen Abfälle und erhalten dadurch ein intaktes Bodenleben. Ihr Boden kann Wasser und Nährstoffe besser binden und den Pflanzen in optimaler Zusammensetzung zur Verfügung stellen. Ein gesunder Boden ist eine Grundvoraussetzung für gesunde Pflanzen.

Humus entsteht aus absterbenden Pflanzen- und Tierresten sowie aus Stoffwechselprodukten von Bodenlebewesen und Pflanzen. Lebensmittelreste, Grünschnitt und Herbstlaub sind wertvolle Biomasse, die nicht im Hausmüll, sondern auf dem Kompost landen sollte.

Kompost

Für den Kompost können sämtliche organische Abfälle verwendet werden:

  • Grünschnitt, Stroh, Laub, zerkleinerte Zweige, Tannennadeln
  • möglichst unbehandelte Obst- und Gemüseabfälle
  • Mist von Hühnern, Pferden, Schweinen, Inhalt von Katzenklos (sofern die Streu aus Sägespäne besteht)
  • Speisereste in Maßen
Wichtig ist, dass der Kompost möglichst feucht gehalten und nicht zu locker ist. Speisereste sowie Obst- und Gemüseabfälle sollten mit Pflanzenabfällen gemischt werden. Außerdem sollte auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kohlenstoff- und Stickstoff-Bestandteilen geachtet werden (möglichst 30:1). Kohlenstoff ist eher in altem, holzigem Material enthalten und Stickstoff in frischem, saftigem, grünem Material. Ein Anteil von etwa 10 Prozent an lehmhaltiger Erde ist empfehlenswert.

Fermentierung

Der Inhalt des Kompostes wird effektiver in Humus umgewandelt, wenn er Milchsäurebakterien enthält und durch Pressen verdichtet wird. Dadurch wird eine Fermentierung angeregt, die möglichst ohne Sauerstoff (anaerob) abläuft. Zusätzlich können spezielle Mischungen aus Effektiven Mikroorganismen (EM) hinzugegeben werden, wodurch der Prozess noch effektiver abläuft. Die Fermentierung erlaubt zudem die Hinzugabe von menschlichem Urin und bis zu einem gewissen Anteil auch Fäkalien. Die anaerobe Fermentierung dauert etwa einen Monat.
Eine erfolgreiche Fermentierung erkennt man daran, dass das organische Material sich gelblich-braun verfärbt und süß-säuerlich riecht. Fäulnisgeruch ist ein Anzeichen dafür, dass die Zusammensetzung des Kompostes unausgewogen ist oder der Kompost nicht ausreichend vor Regen und damit einhergehender Ausspülung geschützt wurde.
Küchenabfälle können auch schon fermentiert werden, bevor sie auf dem Kompost landen. Beim so genannten Küchen-Bokashi wird der Küchenabfall zusammen mit Effektiven Mikroorganismen in einem Behälter luftdicht zusammengepresst.

Terra Preta

Terra Preta bedeutet von Menschenhand produzierte Schwarze Erde. Sie zeichnet sich durch einen sehr hohen Humusgehalt aus und ist in der Lage, Wasser und Nährstoffe hervorragend zu binden. Ein Hauptbestandteil von Terra Preta ist verkohlte Biomasse, durch die der Atmosphäre langfristig Kohlenstoffdioxid (CO2) entzogen wird.
Terra Preta wird hergestellt, indem dem organischen Abfall während oder nach der Fermentierung fein zerkleinerte Pflanzenkohle hinzugegeben wird. Pflanzenkohle wird bei der Pyrolyse gewonnen, ein Verfahren, bei dem Biomasse bei sehr hoher Temperatur und mit begrenzter Sauerstoffzufuhr verschwelt wird.
Das nach der Fermentierung und mit Pflanzenkohle versetzte Substrat reift zu Terra Preta, indem es dem Boden untergemischt wird und eine Symbiose mit Pflanzenwurzeln und den im Boden lebenden Organismen eingeht.


Generell ist es wichtig, dass Humus-Boden möglichst immer bedeckt sein sollte, entweder durch Pflanzenwuchs oder durch eine Schicht aus organischem Abfall (z.B. Mulch).


Buch-Empfehlung

Terra Preta. Die schwarze Revolution aus dem Regenwald
von Haiko Pieplow, Ute Scheub, Hans-Peter Schmidt
oekom Verlag, München