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Letzte Änderung: 23.02.2018
Silber-Distel (Carlína acaulis)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Große Eberwurz, Wetterdistel
Gattung: Carlína
Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa
Häufigkeit: Sehr selten


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Die Silber-Distel ist in Mittel-, Süd- und Osteuropa in Höhenlagen von bis zu 2800 Metern verbreitet. Sie wächst auf Ödland, Magerrasen und Weiden oder an sonnigen Hängen und bevorzugt eher trockene, kalkhaltige, magere, steinige Böden an warmen und sonnigen Standorten. Die Silberdistel ist nicht sonderlich konkurrenzfähig und gedeiht am besten bei Beweidung.

Erscheinung:
Die Pflanze bildet eine Pfahlwurzel, die bis zu einem Meter tief ins Erdreich reicht. Sie wächst rosettenartig und besitzt fiederspaltige Blätter mit welligen Abschnitten, die stachelig gezähnt sind.

Blüte:
Der Blütenstängel ist zumeist kurz und endet in der Regel mit einer Einzelblüte. Das relativ große Blütenkörbchen besitzt äußere Hüllblätter, die silbrig-weiß schimmern. Im Inneren des Körbchens befinden sich zahlreiche weißliche bis rötliche Röhrenblüten. Die Blüten sind nur bei trockenem Wetter geöffnet. Ihre Bestäubung erfolgt zumeist durch langrüsselige Insekten wie z.B. Hummeln oder Falter. Auch der auf die Silberdistel spezialisierte Distelrüsselkäfer, dessen Larven im Korbboden leben, trägt zur Bestäubung bei.

Vermehrung:
Nach der Befruchtung bilden sich Achänen mit Pappus, die als Schirmchenflieger mit dem Wind verbreitet werden. Außerdem werden die Samen durch Anhaften an Tieren verbreitet.

Verwendung der Pflanze

Der Blütenboden ist essbar und erinnert im Geschmack an Artischocke.
Junge frische Blätter können als Gemüse verarbeitet werden.
Die Pfahlwurzel, die als Heilmittel verwendet werden kann, ist hingegen giftig.

Typ der Pflanze:Staude
Wuchsform:Rosettenartig
Wuchshöhe:max. 40 cm
Eigenschaften:Essbar
 Tiefwurzler
 Heilpflanze
 Bienen-/Hummel-Weide
 Schmetterlings-Weide
 Insb. Bienenweide

Licht-Verhältnisse:Sonnig
Boden:Trocken, Mäßig feucht
 Basisch, Mager

Blüte:Jul - Sep
Blütenstand:Körbchen
Pollen / Nektar:Sehr viel / Sehr viel
Frucht-/ Samenzeit:    Sep - Okt
Fruchtform:Schließfrucht: Achäne

Blattform:Länglich schmal
Blattrand:Gezähnt


Heilwirkungen der Pflanze:   
Stichwörter:
Akne, Haut-Ekzem, Erkältung, Grippaler Infekt, Fieber

Aus getrockneten Wurzeln kann ein Tee zubereitet werden, der bei Wurmbefall, Erkältung, Grippe und Fieber hilft. Er wirkt schweiß- und harntreibend. Beim Genuss ist jedoch Vorsicht geboten, da das in der Wurzel enthaltene Carlinaoxid giftig ist.
Äußerlich angewendet helfen Umschläge bei Hauterkrankungen wie z.B. Akne oder Ekzemen.

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