Smagy — Das Pflanzen-Portal zum Mitmachen

Letzte Änderung: 22.06.2018
Schöllkraut (Chelidónium május)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Warzenkraut
Gattung: Chelidónium
Familie: Papaveráceae (Mohngewächse)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Asien
Häufigkeit: Sehr häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Ursprünglich stammt das Schöllkraut aus den wärmeren Gebieten Europas und Asiens sowie dem Mittelmeerraum. Die Pflanze ist häufig an Wegrändern, in Gebüschen, Wäldern oder Mauerspalten zu finden. Sie bevorzugt humose, stickstoffhaltige Böden.

Blüte:
Die Blüten werden von Insekten bestäubt, denen der Blütenstaub als Nahrung dient. Es wird kein Nektar produziert.

Vermehrung:
Nach der Blüte werden Kapseln gebildet, die kleine schwarze Samenkörner enthalten. Diesen Körnern haftet ein nahrhafter Ölkörper an, den Ameisen mögen und dadurch zur Verbreitung beitragen.

Wissenswertes

Sobald Teile der Pflanze verletzt werden, tritt eine gelb-orange Flüssigkeit aus, die die Haut reizen kann. Beim Trocknen verlieren die Pflanzenteile allmählich ihre Giftigkeit.

Typ der Pflanze:Staude
Wuchsform:Aufrecht
Wuchshöhe:max. 70 cm
Eigenschaften:Giftig
 Heilpflanze
 Stickstoff-Zeiger
 Bienen-/Hummel-Weide

Licht-Verhältnisse:Halb-Schatten, Schatten
Boden:Mäßig feucht
 Nährreich, Humos

Blüte:Mai - Sep
Blütenstand:Dolde
Blütenform:4 Kronblätter
Pollen / Nektar:Mäßig / Kaum
Geschlecht:Zwitter (Zwei-Geschlechtig)
Frucht-/ Samenzeit:    Jun - Okt
Fruchtform:Öffnungsfrucht: Kapselfrucht

Blattform:Zusammengesetzt: Gefiedert
Blattrand:Gebuchtet
Blattadern:Fiedernervig, Netznervig: Mehrere Hauptnerven mit Seiten-Nerven


Heilwirkungen der Pflanze:   
Stichwörter:
Magenbeschwerden, Reiz-Magen, Gallen-Beschwerden, Leber-Beschwerden, Gelbsucht, Akne, Haut-Ekzem, Warzen, Gelenk-Rheumatismus, Gicht

Schöllkraut ist eine Giftpflanze, die beim Verzehr größerer Mengen zu Krämpfen und Reizungen des Magen-Darm-Traktes bis hin zu Kreislaufversagen und toxischen Leberschäden führen kann.
Richtig angewendet kann die Pflanze hingegen auch Krämpfe im Bereich der Gallenwege, der Leber und des Magen-Darm-Trakts lindern sowie bei Gelbsucht, Gallensteinen, Rheuma oder Gicht helfen. Dazu wird in der Regel Presssaft oder eine Tinktur aus dem blühenden Kraut verwendet. Das getrocknete Kraut kann auch als Tee getrunken werden.
Äußerlich angewendet kann der aus Verletzungen der Pflanze austretende gelb-orange Saft bei Warzen, Hühneraugen, Ekzemen oder Schwielen helfen. Er sollte jedoch aufgrund der ätzenden Wirkung nicht mit gesunder Haut in Berührung kommen.

Nahrungspflanze für folgende Insektenarten
Braunfühler-Schmalbiene
(Lasioglossum fulvicorne)
Braunfühler-Schmalbiene, Lasioglossum fulvicorneBraunfühler-Schmalbiene
(Lasioglossum fulvicorne)

© James Lindsey at Ecology of Commanster, Wikimedia Commons
Wiesenhummel
(Bombus pratorum)
Wiesenhummel, Bombus pratorumWiesenhummel
(Bombus pratorum)

© Ivar Leidus, Wikimedia Commons