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Letzte Änderung: 21.04.2018
Schlaf-Mohn (Papáver somníferum)Zur Druckansicht
Gattung: Papáver
Familie: Papaveráceae (Mohngewächse)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima, Subtropisches Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Asien, Nord-Afrika / Orient
Häufigkeit: Selten


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Schlafmohn ist im östlichen Mittelmeerraum sowie in Kleinasien beheimatet. Er wächst an Weg- und Feldrändern oder auf Ruderalflächen und bevorzugt mäßig feuchte, durchlässige, nährstoffreiche Böden an warmen und sonnigen Standorten.

Erscheinung:
Die krautig wachsende Pflanze besitzt einen runden, aufrechten, wenig verzweigten und teils borstig behaarten Stängel. Die grau-grünen, elliptisch geformten Laubblätter sitzen am Stängel und umfassen diesen zum Teil. Der Blattrand ist gekerbt und mehr oder weniger unregelmäßig gezähnt.

Blüte:
Die Blüten erscheinen einzeln und sind im Knospenstadium hängend. Sobald sich die Blüte öffnet, fallen ihre beiden Kelchblätter ab. Die vier Kronblätter sind weißlich violett gefärbt und besitzen an der Basis einen dunklen Fleck. Nach der Bestäubung verliert die Blüte ihre Kronblätter.

Vermehrung:
Die zahlreichen Samen der Pflanze befinden sich in Kapselfrüchten. Die Samen der Wildform sind blau gefärbt. Bei der Aussaat sollte beachtet werden, dass die Samen zu den Lichtkeimern gehören und daher nicht mit Erde bedeckt werden sollten.

Wissenswertes

Der gewerbliche und private Anbau von Schlafmohn ist in Deutschland verboten. Um ihn dennoch auf einer kleinen Fläche anbauen zu dürfen, muss eine Genehmigung bei der Bundesopiumstelle eingeholt werden.
Die Pflanze enthält verschiedene Alkaloide, unter anderem Morphin, Codein, Narkotin und Papaverin. Opium wird gewonnen, indem noch grüne Kapseln in den Abendstunden angeritzt werden. Der austretende Milchsaft verfärbt sich im Anschluss braun.
Bereits geringe Opium-Mengen wirken tödlich. Außerdem besteht ein sehr hohes Suchtpotential. Vergiftungserscheinungen reichen von Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit bis hin zu Atemlähmung und Herzstillstand.

Verwendung der Pflanze

Mohn wird seit langer Zeit in Ost- und Vorderasien sowie in Südeuropa als Heil- und Ölpflanze angebaut.
Die essbaren Samen sind reich an Kalzium und B-Vitaminen. Ihr Morphingehalt ist in der Regel gering und gesundheitlich unbedenklich. Sie duften nussig und sind reich an Ölen. Daher werden sie häufig auch in Kosmetikprodukten (z.B. Hautcremes und Seifen) verwendet.

Typ der Pflanze:Ein-Jährig
Wuchsform:Aufrecht
Wuchshöhe:max. 150 cm
Eigenschaften:Giftig
 Stark giftig
 Heilpflanze

Licht-Verhältnisse:Sonnig
Boden:Mäßig feucht
 Basisch, Nährreich

Aussaat:Mär - Apr
Blüte:Jun - Aug
Blütenstand:Einzelblüte
Blütenform:4 Kronblätter
Geschlecht:Zwitter (Zwei-Geschlechtig)
Frucht-/ Samenzeit:    Jul - Sep
Fruchtform:Öffnungsfrucht: Kapselfrucht

Blattform:Eiförmig, Elliptisch
Blattrand:Gekerbt, Gezähnt
Blattadern:Fiedernervig: Hauptnerv mit Seiten-Nerven


Heilwirkungen der Pflanze:   
Stichwörter:
Husten, Atemwegs-Beschwerden, Angst-Zustände, Depression, Nervosität, Erregungszustände, Schlafstörungen, Verkrampfung, Schmerzen

Aufgrund des hohen Suchtpotentials, der hohen Giftwirkung und des Anbau-Verbots in Deutschland wird Schlafmohn in der Naturheilkunde nicht mehr angewendet. Chemisch isoliert und unter fachkundiger Betreuung sind die Inhaltsstoffe in der Schulmedizin dennoch nicht mehr wegzudenken.
Die im Milchsaft enthaltenen Alkaloide wirken Schmerz lindernd (Morphin), Husten lindernd (Codein) und Muskel entspannend (Papaverin). Außerdem wirkt die Pflanze Krampf lösend, beruhigend und entspannend und hilft bei Depressionen, Unruhe und Schlaflosigkeit.

Nahrungspflanze für folgende Insektenarten
Rostrote Mauerbiene
(Osmia bicornis)
Rostrote Mauerbiene, Osmia bicornisRostrote Mauerbiene
(Osmia bicornis)

© André Karwath aka Aka, Wikimedia Commons