Pflanzen, Insekten & Heilkraft

Letzte Änderung: 16.05.2022
Gewöhnliches Ruchgras (Anthoxánthum odorátum)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Wohlriechendes Ruchgras
Gattung: Anthoxánthum
Familie: Gramíneae (Süßgräser)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Asien
Häufigkeit: Mäßig häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Das Gewöhnliche Ruchgras ist in Europa sowie in den gemäßigten Zonen Asiens beheimatet. Es wächst auf Magerwiesen und Weideflächen, in lichten Laubwäldern, in Gebüschen, an Wegrändern oder in Flachmooren und bevorzugt trockene bis mäßig feuchte, durchlässige, nährstoffarme, eher saure, humose, sandig-lehmige Böden in möglichst sonniger Lage.

Erscheinung:
Das horstartig wachsende Gras besitzt ein verhältnismäßig flaches Wurzelsystem (Tiefe ca. 15 cm). Es bildet eher zarte Halme, die zwei bis vier Knoten (Nodien) entwickeln. Die flachen, schmalen Laubblätter sind matt gräulich-grün gefärbt und teils fein behaart. Beim Trocknen entwickeln sie einen aromatischen Duft, der an Waldmeister erinnert. Die Blattscheiden sind häufig fein behaart.

Blüte:
Die Blüten erscheinen in rispigen, dreiblütigen Ähren. Der schmale, walzenartige Blütenstand wirkt dicht zusammengezogen und erreicht eine Länge von bis zu 8 cm. Er erscheint nach einem hellgrünen Stadium gelb-bräunlich glänzend.

Vermehrung:
Nach der Befruchtung bilden sich Karyopsen. Die Samen zählen zu den Lichtkeimern. Vegetativ vermehrt sich die Pflanze durch lange Ausläufer.

Verwendung der Pflanze

Das duftende Gras wird häufig in Duftkissen verwendet. Der Duft entsteht durch das Abspalten von Cumarin während des Trocknens. Es kann zudem zum Aromatisieren von Getränken und als Schnupftabak genutzt werden.
Das getrocknete Gras kann Futterheu zur Verbesserung der Verdauung beigemischt werden.

Typ der Pflanze:Staude
Wuchsform:Aufrecht, Kriechpflanze
Wuchshöhe:max. 60 cm
Eigenschaften:Heilpflanze
 Schmetterlings-Weide

Licht-Verhältnisse:Sonnig, Halb-Schatten
Boden:Trocken, Mäßig feucht
 Mager, Humos

Aussaat:Apr - Jun
Blüte: Apr - Jun
Blütenstand:Ähre, Rispe
Frucht-/ Samenzeit:    Jun - Aug
Fruchttyp:Schließfrucht: Karyopse

Blattform:Länglich schmal
Blattrand:Glatt, Ganzrandig, Behaart
Blattadern:Blatt-Nerven parallel

Heilwirkungen der Pflanze

Stichwörter:
Heuschnupfen

Zur Blütezeit kann eine Wein-Tinktur aus dem blühenden Kraut hergestellt werden, die bei Heuschnupfen Linderung verschafft. Auch in der Homöopathie findet die Pflanze bei Heuschnupfen Anwendung.

Anwendung
Verwendbare Pflanzenteile:
Blätter, Blüten

Nahrungspflanze für folgende Insektenarten

Anzahl Schmetterlinge: 2
Anzahl Hautflügler, z.B. Wildbienen: 0
Anzahl Zweiflügler, z.B. Schwebfliegen: 0
Anzahl Käfer: 0
Anzahl Schnabelkerfe: 0

Schmetterlinge

Großes Ochsenauge
(Maniola jurtina)
Großes Ochsenauge, Maniola jurtinaGroßes Ochsenauge
(Maniola jurtina)
Graubindiger Mohrenfalter
(Erebia aethiops)
Graubindiger Mohrenfalter, Erebia aethiopsGraubindiger Mohrenfalter
(Erebia aethiops)

© Philipp Weigell, Wikimedia Commons