Pflanzen, Insekten & Heilkraft

Letzte Änderung: 26.11.2021
Gemeiner Rhabarber (Rhéum rhapónticum)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Rhapontik, Gemüse-Rhabarber
Gattung: Rhéum
Familie: Polygonáceae (Knöterichgewächse)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Asien
Häufigkeit: Häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Rhabarber stammt ursprünglich aus dem Himalaja. Er wächst auf mittelschweren, lehmig-sandigen, tiefgründigen, nährstoffreichen Böden an sonnigen Standorten und benötigt reichlich Wasser. Die Pflanze zählt zu den Starkzehrern.

Erscheinung:
Rhabarber bildet dicke, unregelmäßige Rhizome und gehört zu den Tiefwurzlern. Im Frühjahr treibt die Pflanze aus unterirdischen Knospen aus. Die Blätter wachsen in einer grundständigen Rosette. Die kantigen Blattstängel können bis zu 70 cm Länge erreichen und einen Durchmesser von bis zu 5 cm. Der Stängel ist je nach Sorte mehr oder weniger stark rot gefärbt. Pro Rhizom entstehen bis zu 30 verdickte Sprossachsen. Die großen dunkelgrünen Laubblätter können mehrlappig sein und sind am Rand in der Regel leicht gekraust.

Blüte:
Der rispenartige Blütenstand kann eine Höhe von bis zu 2 Metern erreichen. Die einzelnen cremefarbenen Blüten sind recht unscheinbar und werden fremdbefruchtet.

Vermehrung:
Nach der Befruchtung bilden sich dreiflügelige Achänen. Die Vermehrung erfolgt zumeist jedoch vegetativ durch Teilung. Dies sollte möglichst alle 8 Jahre geschehen.

Verwendung der Pflanze

Die Blattstiele (ohne Blätter) können z.B. als Konfitüre oder Dessert gegessen oder als Kuchenzutat verwendet werden. Vor dem Verzehr als Dessert sollten die in Stücke zerteilten Stängel gekocht werden. Dadurch werden sie weicher und verlieren zudem etwas von ihrem Oxalsäuregehalt. Je röter der Stängel, desto geringer ist der Oxalsäuregehalt.
Die Erntezeit reicht von April bis Juni. Danach sollte man der Pflanze eine Ruhepause gönnen.
Rhabarber kann auch zu Saft oder Most verarbeitet werden.
Die Blütenansätze können als Salatbeilage verzehrt werden.

Typ der Pflanze:Staude
Wuchsform:Rosettenartig
Wuchshöhe:max. 200 cm
Eigenschaften:Essbar
 Tiefwurzler
 Heilpflanze

Licht-Verhältnisse:Sonnig, Halb-Schatten
Boden:Mäßig feucht, Feucht
 Nährreich, Humos

Blüte:Mai - Jun
Blütenstand:Rispe
Geschlecht:Zwitter (Zwei-Geschlechtig)
Frucht-/ Samenzeit:    Jun - Jul
Fruchtform:Schließfrucht: Achäne

Blattform:Nierenförmig
Blattrand:Gebuchtet
Blattadern:Fiedernervig, Netznervig: Mehrere Hauptnerven mit Seiten-Nerven

Heilwirkungen der Pflanze

Stichwörter:
Zahnfleisch-Entzündung, Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Stuhl-Verstopfung, Durchfall, Entzündung

Die Wurzeln der Rhabarber-Pflanze können als Tee zubereitet werden und besitzen eine abführende Wirkung. Dadurch können sie zur Darmreinigung verwendet werden, aber auch als Mittel gegen Durchfall oder zur Anregung des Appetits. Auch bei Zahnfleischentzündungen kann Rhabarber helfen.
Gekochte Stängel wirken leicht Harn treibend und unterstützen bei der Verdauung.
Äußerlich angewendet können Umschläge oder eine Tinktur aus Rhabarberwurzeln bei Hautkrankheiten helfen.

Vitalstoffe


Vitamine Enthaltene Menge in 100g Durchschnitt aller Pflanzen Empfohlene Tages-Menge
Vitamin A (Retinal, Retinol, Retinsäuren)0.07 mgØ 0.431 mg0.9 mg
Vitamin B1 (Thiamin)0.025 mgØ 0.165 mg1.2 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.03 mgØ 0.102 mg1.5 mg
Vitamin B3 (Niacin, Nicotinsäure)0.25 mgØ 2.218 mg18 mg
Vitamin C (Ascorbinsäure)10 mgØ 59.908 mg100 mg

Mineralstoffe Enthaltene Menge in 100g Durchschnitt aller Pflanzen Empfohlene Tages-Menge
Calcium50 mgØ 59.235 mg1000 mg
Eisen0.5 mgØ 2.311 mg13 mg
Kalium0.27 gØ 0.343 g3 g
Magnesium13 mgØ 56.051 mg350 mg
Phosphor25 mgØ 114.339 mg800 mg

Weitere Vitalstoffe Enthaltene Menge in 100g Durchschnitt aller Pflanzen Empfohlene Tages-Menge
Proteine0.6 gØ 5.223 g55 g
Kohlenhydrate1.3 gØ 16.812 g300 g
Ballaststoffe3.2 gØ 4.591 g30 g



Harmonie mit anderen Pflanzen:
Echter Spinat
(Spinácia olerácea)
Echter SpinatEchter Spinat
(Spinácia olerácea)
Familie: Chenopodiáceae (Gänsefußgewächse)
Kopf-Salat
(Lactúca satíva var. capitáta)
Kopf-SalatKopf-Salat
(Lactúca satíva var. capitáta)
Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)
Kohlrabi
(Brássica olerácea var. gongylódes)
KohlrabiKohlrabi
(Brássica olerácea var. gongylódes)
Familie: Crucíferae (Kreuzblütler)

© Rasbak, Wikimedia Commons
Zuckererbse
(Písum satívum convar. axíphium)
ZuckererbseZuckererbse
(Písum satívum convar. axíphium)
Familie: Leguminósae (Schmetterlingsblütengewächse)
Stangenbohne
(Phaséolus vulgáris var. vulgáris)
StangenbohneStangenbohne
(Phaséolus vulgáris var. vulgáris)
Familie: Leguminósae (Schmetterlingsblütengewächse)

Nahrungspflanze für folgende Insektenarten

Anzahl Schmetterlinge: 0
Anzahl Hautflügler, z.B. Wildbienen: 0
Anzahl Zweiflügler, z.B. Schwebfliegen: 0
Anzahl Käfer: 0
Anzahl Schnabelkerfe: 1

Schnabelkerfe

Lederwanze
(Coreus marginatus)
Lederwanze, Coreus marginatusLederwanze
(Coreus marginatus)

© Joachim K. Löckener, Wikimedia Commons