Pflanzen, Insekten & Heilkraft

Letzte Änderung: 20.09.2020
Rauschbeere (Vaccínium uliginósum)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Trunkelbeere, Moosbeere, Moorbeere, Nebelbeere
Gattung: Vaccínium
Familie: Ericáceae (Heidekrautgewächse)
Klimazone(n): Boreales Klima, Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Nord-Amerika, Asien
Häufigkeit: Häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Die Rauschbeere ist in den gemäßigten und borealen Klimazonen der gesamten Nordhalbkugel zu finden. Sie wächst in Mooren und Moorwäldern, in Zwergstrauchheiden sowie in Gebirgsgebüschen in Höhen von bis zu 3000 Metern und bevorzugt eher feuchte, nährstoffarme, saure, kalkfreie, humose Böden in halbschattiger bis sonniger Lage. Die Pflanze ist sehr winterhart und reagiert empfindlich, wenn der Sommer warm und trocken ist. Sie kann ein Alter von nahezu 100 Jahren erreichen.

Erscheinung:
Der kleine, aufrecht wachsende Halb- oder Zwergstrauch bildet unterirdisch kriechende Ausläufer. Seine Zweige sind rund und stark verzweigt. Die bläulich-grün gefärbten Blätter sind wechselständig angeordnet und kurz gestielt. Sie sind elliptisch geformt und ganzrandig. Die Blattnerven treten deutlich hervor.

Blüte:
Die hängenden Blüten erscheinen maximal zu dritt in traubigen Blütenständen aus den Blattachseln. Sie sind zwittrig, jedoch erst männlich und im weiteren Verlauf weiblich. Die Blüten sind glockenförmig und besitzen zumeist vier Kronblattzipfel. Ihre Farbe ist weiß und in der Regel rosa überlaufen. Die Bestäubung der stark duftenden Blüten erfolgt durch Insekten.

Vermehrung:
Nach der Befruchtung bilden sich matt-blau gefärbte, leicht eiförmige Beeren mit hellem Fleisch. Für die Keimung benötigen die Samen einen Kältereiz. Sie werden durch Anhaftung, durch Ameisen oder durch Vögel verbreitet. Vegetativ vermehrt sich die Rauschbeere durch ihre unterirdischen Ausläufer.

Wissenswertes

Ein übermäßiger Verzehr der Beeren kann zu Rauschzuständen sowie zu Vergiftungserscheinungen wie z.B. Erbrechen und Schwindelgefühl führen. Verantwortlich dafür ist vermutlich ein schmarotzender Schlauchpilz, der Rauschbeeren-Fruchtbecherling (Monilinia megalospora).
Die Raupen des Hochmoorgelblings (Colias palaeno) sind auf die Blätter der Pflanze als einzige Nahrungsquelle angewiesen.

Verwendung der Pflanze

Die saftigen Beeren schmecken mild und ähneln im Geschmack der Heidelbeere. Sie können zu Sirup, Saft und Gelee verarbeitet werden. Außerdem lässt sich aus ihnen ein starker Branntwein herstellen.
Der Strauch kann zudem zum Gerben von Fellen verwendet werden.

Typ der Pflanze:Halbstrauch, Strauch
Wuchsform:Aufrecht, Kriechpflanze
Wuchshöhe:max. 80 cm
Eigenschaften:Heilpflanze
 Schmetterlings-Weide

Licht-Verhältnisse:Sonnig, Halb-Schatten, Schatten
Boden:Mäßig feucht, Feucht
 Sauer, Mager, Humos

Aussaat:Jan - Feb
Blüte:Mai - Jul
Blütenstand:Traube
Blütenform:Glocke
Pollen / Nektar:Kaum / Kaum
Geschlecht:Zwitter (Zwei-Geschlechtig)
Frucht-/ Samenzeit:    Aug - Okt
Fruchtform:Schließfrucht: Beere

Blattform:Eiförmig, Elliptisch
Blattrand:Glatt, Ganzrandig
Blattadern:Fiedernervig: Hauptnerv mit Seiten-Nerven


Heilwirkungen der Pflanze:   
Stichwörter:
Verdauungsbeschwerden, Darmbeschwerden, Durchfall, Blasen-Beschwerden

Getrocknete Beeren und Blätter können bei Durchfall und Blasenbeschwerden verwendet werden.

Anwendung
Verwendbare Pflanzenteile:
Blätter, Früchte

Vitalstoffe


Sonstige Inhaltsstoffe
Gerbstoffe


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Anzahl Schmetterlinge: 6
Anzahl Hautflügler, z.B. Wildbienen: 0
Anzahl Zweiflügler, z.B. Schwebfliegen: 0
Anzahl Käfer: 0
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