Pflanzen, Insekten & Heilkraft

Letzte Änderung: 19.06.2024
Purpur-Weide (Sálix purpúrea)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Bachweide
Gattung: Sálix (Weide)
Familie: Salicáceae (Weidengewächse)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Asien
Häufigkeit: Häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Die Purpur-Weide ist in Europa und Asien beheimatet und wächst häufig an Wasserläufen oder in Auenwäldern. Sie zählt zu den Pionierpflanzen und bevorzugt mäßig feuchte bis feuchte, durchlässige, nährstoffreiche, kalkhaltige Schotter-, Kies- oder Sandböden an sonnigen bis halbschattigen Orten. Die schnellwüchsige Pflanze ist sehr robust und verträgt sowohl Trockenheitsperioden als auch Phasen mit Überschwemmung.

Erscheinung:
Der aufrecht und buschig wachsende Strauch bildet ein flaches und dicht verzweigtes Wurzelsystem mit tief reichender Hauptwurzel. Die Zweige sind sehr biegsam und kahl, in jungem Stadium gelblich braun oder purpurrot gefärbt. Ältere Zweige sind erst braun, später grau. Die zumeist gegenständig angeordneten Laubblätter besitzen einen kurzen Blattstiel und sind länglich schmal geformt. Am äußeren Ende sind sie zugespitzt. Der Blattrand ist glatt bis fein gesägt. Die Blattoberseite ist grün oder leicht bläulich und matt gefärbt. Die Blattunterseite ist etwas heller und gräulich grün. Der Hauptnerv besitzt einen auffallend hell gelblichen Farbton.

Blüte:
Die Purpur-Weide ist zweihäusig getrenntgeschlechtlich, d.h. männliche und weibliche Blüten wachsen auf verschiedenen Pflanzen. Die Blüten-Kätzchen sind länglich und zylindrisch geformt. Die männlichen Kätzchen sind dicht mit Blüten besetzt. Die Staubbeutel sind zunächst purpurfarben, später gelb. Die weiblichen Kätzchen erreichen eine Länge von bis zu 4 cm. Die Fruchtknoten sind klein, dicht behaart und gedrängt sitzend. Die Blüten erscheinen vor oder gleichzeitig mit den Blättern. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten wie z.B. Honigbienen, Hummeln und andere Wildbienen.

Vermehrung:
Nach der Befruchtung bilden sich vielsamige Kapselfrüchte. Die winzigen Samen werden, sobald sie reif sind und den Herbst und Winter über, durch den Wind verbreitet. Sie besitzen einen Haarkranz und können dadurch weite Strecken überwinden (Haarflieger). Junge Pflanzen sind sehr anfällig gegenüber Austrocknung und Licht- und Nährstoffkonkurrenz durch andere Pflanzen.
Vegetativ kann die Pflanze durch Stecklinge vermehrt werden.

Verwendung der Pflanze

Die biegsamen Zweige eignen sich gut zum Flechten von Flechtwerk wie z.B. Körben.
Aufgrund ihres dichten Wuchses eignet sich die Purpur-Weide gut als Heckenpflanze. Durch ihr dichtes und flaches Wurzelsystem ist sie außerdem gut zur Befestigung von Hängen geeignet.

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    Ecosia-Bildersuche

    Typ der Pflanze:Strauch
    Wuchsform:Aufrecht
    Wuchshöhe:max. 6 m
    Eigenschaften:Heilpflanze
     Pionierpflanze
     Schnittverträglich
     Bienen-/Hummel-Weide
     Schmetterlings-Weide
     Insb. Honigbienen-Weide

    Licht-Verhältnisse:Sonnig, Halb-Schatten
    Boden:Trocken, Mäßig feucht, Feucht
     Basisch, Nährreich

    Blüte: Mär - Apr
    Blütenstand:Kätzchen
    Pollen / Nektar:Viel / Viel
    Geschlecht:Ein-Geschlechtig, Zwei-Häusig
    Frucht-/ Samenzeit:    Jun - Jul
    Fruchttyp:Öffnungsfrucht: Kapselfrucht

    Blattform:Länglich schmal
    Blattrand:Glatt, Ganzrandig, Gesägt
    Blattadern:Fiedernervig: Hauptnerv mit Seiten-Nerven

    Heilwirkungen der Pflanze

    Stichwörter:
    Kopfschmerzen, Migräne, Zahnfleisch-Entzündung, Mundschleimhaut-Entzündung, Hämorrhoiden, Oxidativer Stress, Nagelbett-Entzündung, Wund-Infektion, Nasen-Nebenhöhlen-Entzündung, Fieber, Heiserkeit, Erkältung, Infekt, Grippaler Infekt, Gelenk-Rheumatismus, Gicht, Gelenk-Entzündung, Rücken-Schmerzen, Entzündung, Schmerzen, Fuß-Schweiß

    Weidenrinde kann für Heilzwecke verwendet werden. Sie wirkt Fieber senkend, entzündungshemmend, antioxidativ und Schmerz stillend und hilft bei Kopfschmerzen, fieberhaften Erkältungs- und Infektionskrankheiten, rheumatischen Beschwerden, Gicht und Rückenschmerzen.
    Die Rinde enthält Gerbstoffe und besitzt daher eine zusammenziehende und keimhemmende Wirkung, wodurch z.B. Wundheilung gefördert wird. Äußerlich kann ein aus Weidenrinde zubereiteter Tee neben der Wundbehandlung auch zur Beruhigung entzündeter Haut oder bei Hämorrhoiden verwendet werden. Ein Weidenrinden-Absud kann zudem als Gurgelmittel bei Mundschleimhautentzündungen, Halsschmerzen und Zahnfleischbluten helfen.

    Anwendung
    Verwendbare Pflanzenteile:
    Rinde

    Im zeitigen Frühjahr kann die Rinde von zwei- oder dreijährigen Zweigen geerntet werden. Lange Streifen werden dabei mit einem Messer abgeschält und im Anschluss getrocknet. Eine weitere Zerkleinerung sollte erst direkt vor der Zubereitung erfolgen.
    Weidenrinden-Tee oder -Absud: zerkleinerte Weidenrinde mit kaltem Wasser ansetzen und bis zum Sieden erhitzen. Anschließend 10-15 Minuten ziehen lassen und abseihen.

    Pflanzen-Inhaltsstoffe


    Sonstige Inhaltsstoffe
    Flavonoide, Gerbstoffe


    Nutzen für folgende Insektenarten

    Anzahl Schmetterlinge: 2
    Anzahl Hautflügler, z.B. Wildbienen: 14
    Anzahl Zweiflügler, z.B. Schwebfliegen: 0
    Anzahl Käfer: 0
    Anzahl Schnabelkerfe: 0
    Anzahl Heuschrecken: 0

    Hautflügler, z.B. Wildbienen

    Bärtige Sandbiene
    (Andrena barbilabris)
    Bärtige Sandbiene, Andrena barbilabrisBärtige Sandbiene
    (Andrena barbilabris)

    © James Lindsey at Ecology of Commanster, Wikimedia Commons
    Auen-Lockensandbiene
    (Andrena mitis)
    Auen-Lockensandbiene, Andrena mitisAuen-Lockensandbiene
    (Andrena mitis)

    © Dick Belgers, Wikimedia Commons
    Dunkle Lockensandbiene
    (Andrena apicata)
    Dunkle Lockensandbiene, Andrena apicataDunkle Lockensandbiene
    (Andrena apicata)

    © Nigel Jones
    Frühe Lockensandbiene
    (Andrena praecox)
    Frühe Lockensandbiene, Andrena praecoxFrühe Lockensandbiene
    (Andrena praecox)

    © Aiwok, Wikimedia Commons
    Graue Sandbiene
    (Andrena cineraria)
    Graue Sandbiene, Andrena cinerariaGraue Sandbiene
    (Andrena cineraria)

    © Ramona Körner
    Rotbauch-Sandbiene
    (Andrena ventralis)
    Rotbauch-Sandbiene, Andrena ventralisRotbauch-Sandbiene
    (Andrena ventralis)

    © Raphael, www.galerie-insecte.org
    Rotbeinige Lockensandbiene
    (Andrena clarkella)
    Rotbeinige Lockensandbiene, Andrena clarkellaRotbeinige Lockensandbiene
    (Andrena clarkella)

    © Aiwok, Wikimedia Commons
    Rotbeinige Körbchen-Sandbiene
    (Andrena dorsata)
    Rotbeinige Körbchen-Sandbiene, Andrena dorsataRotbeinige Körbchen-Sandbiene
    (Andrena dorsata)

    © gailhampshire, Wikimedia Commons
    Rotpelzige Sandbiene
    (Andrena fulva)
    Rotpelzige Sandbiene, Andrena fulvaRotpelzige Sandbiene
    (Andrena fulva)

    © Pauln, Wikimedia Commons
    Weiden-Sandbiene
    (Andrena vaga)
    Weiden-Sandbiene, Andrena vagaWeiden-Sandbiene
    (Andrena vaga)

    © Bj.schoenmakers, Wikimedia Commons
    Zweifarbige Sandbiene
    (Andrena bicolor)
    Zweifarbige Sandbiene, Andrena bicolorZweifarbige Sandbiene
    (Andrena bicolor)

    © Ramona Körner
    Buckel-Blutbiene
    (Sphecodes gibbus)
    Buckel-Blutbiene, Sphecodes gibbusBuckel-Blutbiene
    (Sphecodes gibbus)

    © Albert Krebs, Entomologie/Botanik, ETH Zürich
    Frühlings-Seidenbiene
    (Colletes cunicularius)
    Frühlings-Seidenbiene, Colletes cuniculariusFrühlings-Seidenbiene
    (Colletes cunicularius)
    Gehörnte Mauerbiene
    (Osmia cornuta)
    Gehörnte Mauerbiene, Osmia cornutaGehörnte Mauerbiene
    (Osmia cornuta)

    Schmetterlinge

    Kleiner Schillerfalter
    (Apatura ilia)
    Kleiner Schillerfalter, Apatura iliaKleiner Schillerfalter
    (Apatura ilia)

    © Heiko Blaeser, Wikimedia Commons
    Zitronenfalter
    (Gonepteryx rhamni)
    Zitronenfalter, Gonepteryx rhamniZitronenfalter
    (Gonepteryx rhamni)