Smagy — Das Pflanzen-Portal zum Mitmachen

Letzte Änderung: 18.01.2018
Kriechender Günsel (Ájuga réptans)Zur Druckansicht
Gattung: Ájuga
Familie: Labiátae (Lippenblütler)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Asien, Nord-Afrika / Orient
Häufigkeit: Häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Der Kriechende Günsel ist in Europa in Höhen von bis zu 2000 Metern heimisch, aber auch in Gebieten Nordafrikas und Westasiens zu finden. Er wächst auf Wiesen, in Gebüschen, in Wäldern oder auf Waldlichtungen und bevorzugt frische, nährstoffreiche, humose, lehmige Böden in halbschattiger bis schattiger Lage.

Erscheinung:
Die Pflanze bildet oberirdische, beblätterte Ausläufer und ein kurzes, kräftiges Rhizom. An den Bewurzelungsstellen wachsen die Laubblätter rosettenartig. Sie sind elliptisch geformt, glänzend ledrig, am Rand teils leicht gekerbt und gegenständig angeordnet. Zum oberen Teil der Pflanze hin sind die Blätter oftmals rötlich überlaufen.

Blüte:
Die Blüten wachsen in achselständigen Scheinquirlen. Der Gesamtblütenstand besteht aus bis zu 10 solcher Scheinquirle. Die Einzelblüten sind in der Regel blau gefärbt, selten auch rosa oder weiß. Die Oberlippe ist nur sehr schwach ausgebildet, im Gegensatz zur dreiteiligen Unterlippe. Die Staubblätter ragen deutlich aus der Kronröhre heraus. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten wie z.B. Hummeln.

Vermehrung:
Nach der Befruchtung bilden sich vierteilige Klausenfrüchte. Die Samen werden hauptsächlich durch Ameisen verbreitet. Die vegetative Vermehrung erfolgt durch Ausläufer, die an den Knoten Wurzeln bilden.


Typ der Pflanze:Staude
Wuchsform:Kriechpflanze
Wuchshöhe:max. 30 cm
Eigenschaften:Heilpflanze
 Stickstoff-Zeiger
 Bienen-/Hummel-Weide

Licht-Verhältnisse:Halb-Schatten, Schatten
Boden:Mäßig feucht
 Nährreich, Humos

Blüte:Mai - Jul
Blütenstand:Ähre
Blütenform:Zygomorph
Geschlecht:Zwitter (Zwei-Geschlechtig)
Frucht-/ Samenzeit:    Jul - Aug
Fruchtform:Schließfrucht: Spaltfrucht

Blattform:Eiförmig, Elliptisch
Blattrand:Gekerbt
Blattadern:Fiedernervig, Netznervig: Mehrere Hauptnerven mit Seiten-Nerven


Heilwirkungen der Pflanze:   
Stichwörter:
Zahnfleisch-Entzündung, Mundschleimhaut-Entzündung, Hämorrhoiden, Magenbeschwerden, Sodbrennen, Magen-Geschwür, Haut-Ekzem, Wund-Infektion, Nervosität, Erregungszustände, Schlafstörungen, Gelenk-Rheumatismus, Entzündung, Schmerzen

Aus dem Kraut der Pflanze kann ein Tee zubereitet werden, der bei Verdauungsbeschwerden (z.B. Sodbrennen, Magengeschwüre), Entzündungen im Mundraum oder rheumatischen Erkrankungen hilft. Generell wirkt der Tee beruhigend, entzündungshemmend, Schmerz stillend und Harn treibend.
Äußerlich angewendet kann der Tee oder eine Tinktur in Form von Umschlägen oder Waschungen bei schlecht heilenden Wunden, Ekzemen, Hämorrhoiden oder Geschwüren helfen. Auch bei der Nachbehandlung von Narben kann die Pflanze verwendet werden.

Vitalstoffe


Sonstige Inhaltsstoffe
Ätherische Öle, Gerbstoffe


Nahrungspflanze für folgende Insektenarten
Rostrote Mauerbiene
(Osmia bicornis)
Rostrote Mauerbiene, Osmia bicornisRostrote Mauerbiene
(Osmia bicornis)

© André Karwath aka Aka, Wikimedia Commons