Pflanzen, Insekten & Heilkraft

Letzte Änderung: 16.05.2022
Gewöhnliche Goldrute (Solidágo virgaurea)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Echte Goldrute
Gattung: Solidágo
Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Nordamerika, Asien
Häufigkeit: Häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Die Gewöhnliche Goldrute ist in Mittel- und Nordeuropa sowie in den gemäßigten Zonen Asiens und Nordamerikas zu finden. Sie wächst in lichten Wäldern, in Heidewäldern, an Wegrändern oder auf mageren Weiden und bevorzugt eher trockene, nährstoffarme, kalkhaltige, lehmig-sandige Böden in halbschattiger bis sonniger Lage.

Erscheinung:
Die krautig wachsende Pflanze erscheint zunächst rosettenartig. Im weiteren Verlauf bildet sie mehrere aufrechte, längs geriefte, teils rötlich überlaufene und im oberen Bereich verzweigte Stängel. Sie besitzt einen knotigen, teils walzenförmigen Wurzelstock. Ihre grundständigen Laubblätter sind lang gestielt. Die Blätter im oberen Bereich sind hingegen nahezu am Stängel sitzend und wechselständig angeordnet. Die Blattform ist länglich schmal bis elliptisch. Der Blattrand ist glatt bis unregelmäßig gesägt.

Blüte:
Die Blüten erscheinen in traubigen, teils rispigen Blütenständen. Bei den Einzelblüten handelt es sich um Körbchen, die gelbe, seitlich abstehende Zungenblüten sowie zwittrige, gelbe Röhrenblüten in der Mitte enthalten. Die Blüten führen reichlich Nektar und werden von Insekten wie z.B. Bienen, Hummeln, Schmetterlingen oder Schwebfliegen bestäubt.

Vermehrung:
Nach der Befruchtung bilden sich hellbraune Achänen mit Pappus, die durch Wind, Ameisen oder Anhaftung verbreiten werden. Bei den Samen handelt es sich um Lichtkeimer. Vegetativ kann die Pflanze durch Teilung des Wurzelstocks vermehrt werden.

Verwendung der Pflanze

Die Samen, Blüten und jungen Blätter sind essbar. Triebspitzen können als Salatbeilage verwendet werden. Die Blätter lassen sich ähnlich wie Spinat zubereiten.
Die Blüten der Gewöhnlichen Goldrute können zum Färben von Wolle verwendet werden. Sie verleihen eine bräunlich-gelbe Färbung.

Typ der Pflanze:Staude
Wuchsform:Aufrecht, Rosettenartig
Wuchshöhe:max. 120 cm
Eigenschaften:Essbar
 Heilpflanze
 Färberpflanze
 Bienen-/Hummel-Weide
 Schmetterlings-Weide
 Insb. Honigbienen-Weide

Licht-Verhältnisse:Sonnig, Halb-Schatten
Boden:Trocken, Mäßig feucht
 Basisch, Mager, Humos

Aussaat:Apr - Jun
Blüte: Jun - Okt
Blütenstand:Traube, Körbchen, Rispe
Pollen / Nektar:Viel / Viel
Geschlecht:Zwitter (Zwei-Geschlechtig)
Frucht-/ Samenzeit:    Sep - Nov
Fruchttyp:Schließfrucht: Achäne

Blattform:Länglich schmal, Eiförmig, Elliptisch
Blattrand:Glatt, Ganzrandig, Gesägt
Blattadern:Fiedernervig: Hauptnerv mit Seiten-Nerven

Heilwirkungen der Pflanze

Stichwörter:
Nieren-Beschwerden, Nierensteine, Blasen-Beschwerden, Haut-Pilz, Wund-Infektion, Infekt, Entzündung, Verkrampfung, Wasseransammlung

Die Pflanze wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, Pilz hemmend, Harn treibend, Krampf lösend und Schmerz lindernd. Sie hilft bei Entzündungen der Harnwege, bei Harnsteinen und Nierengrieß sowie allgemein bei Blasen- und Nierenleiden.
Äußerlich angewendet hilft ein in Tee getränkter Umschlag bei der Wundheilung.

Anwendung
Verwendbare Pflanzenteile:
Blätter, Blüten

Für Heilzwecke können alle oberirdischen Pflanzenbestandteile möglichst zu Beginn der Blütezeit gesammelt werden. Zur Herstellung von Tee wird getrocknetes Kraut mit heißem Wasser übergossen, für etwa 15 Minuten stehen gelassen und abschließend abgeseiht. Maximal 3-4 Tassen Tee sollten pro Tag zusammen mit ausreichend anderer Flüssigkeit getrunken werden.

Pflanzen-Inhaltsstoffe


Sonstige Inhaltsstoffe
Ätherische Öle, Flavonoide


Harmonie mit anderen Pflanzen:
Weiße Schwalbenwurz
(Vincetóxicum hirundinária)
Weiße SchwalbenwurzWeiße Schwalbenwurz
(Vincetóxicum hirundinária)
Familie: Asclepiadáceae (Schwalbenwurzgewächse)
Echtes Johanniskraut
(Hypéricum perfóratum)
Echtes JohanniskrautEchtes Johanniskraut
(Hypéricum perfóratum)
Familie: Guttíferae
Schöllkraut
(Chelidónium május)
SchöllkrautSchöllkraut
(Chelidónium május)
Familie: Papaveráceae (Mohngewächse)

Nahrungspflanze für folgende Insektenarten

Anzahl Schmetterlinge: 2
Anzahl Hautflügler, z.B. Wildbienen: 5
Anzahl Zweiflügler, z.B. Schwebfliegen: 2
Anzahl Käfer: 0
Anzahl Schnabelkerfe: 0

Hautflügler, z.B. Wildbienen

Bunte Blattschneiderbiene
(Megachile versicolor)
Bunte Blattschneiderbiene, Megachile versicolorBunte Blattschneiderbiene
(Megachile versicolor)

© Ivar Leidus, Wikimedia Commons
Dunkelgrüne Schmalbiene
(Lasioglossum morio)
Dunkelgrüne Schmalbiene, Lasioglossum morioDunkelgrüne Schmalbiene
(Lasioglossum morio)

© gailhampshire from Cradley, Malvern, U.K.
Greiskraut-Wespenbiene
(Nomada flavopicta)
Greiskraut-Wespenbiene, Nomada flavopictaGreiskraut-Wespenbiene
(Nomada flavopicta)

© Martin Andersson, Wikimedia Commons
Große Erdhummel
(Bombus magnus)
Große Erdhummel, Bombus magnusGroße Erdhummel
(Bombus magnus)

© Rasbak, Wikimedia Commons
Kryptarum-Erdhummel
(Bombus cryptarum)
Kryptarum-Erdhummel, Bombus cryptarumKryptarum-Erdhummel
(Bombus cryptarum)

Zweiflügler, z.B. Schwebfliegen

Gemeine Feldschwebfliege
(Eupeodes corollae)
Gemeine Feldschwebfliege, Eupeodes corollaeGemeine Feldschwebfliege
(Eupeodes corollae)
Späte Wespenschwebfliege
(Chrysotoxum festivum)
Späte Wespenschwebfliege, Chrysotoxum festivumSpäte Wespenschwebfliege
(Chrysotoxum festivum)

© Martin Andersson, Wikimedia Commons

Schmetterlinge

Mondfleckiger Blütenspanner
(Eupithecia centaureata)
Mondfleckiger Blütenspanner, Eupithecia centaureataMondfleckiger Blütenspanner
(Eupithecia centaureata)

© Patrick Clement from West Midlands, England, Wikimedia Commons
Sechsfleck-Widderchen
(Zygaena filipendulae)
Sechsfleck-Widderchen, Zygaena filipendulaeSechsfleck-Widderchen
(Zygaena filipendulae)

© Patrick Clement, Wikimedia Commons