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Letzte Änderung: 23.05.2018
Gewöhnliche Fichte (Pícea ábies)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Rot-Tanne, Gemeine Fichte, Rot-Fichte
Gattung: Pícea
Familie: Pináceae (Kieferngewächse)
Klimazone(n): Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Asien
Häufigkeit: Sehr häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Die Gewöhnliche Fichte ist in Mittel-, Nord- und Osteuropa sowie in weiten Teilen Asiens beheimatet. Sie wächst bevorzugt bei feuchtem und kühlem Klima und ist in Höhen von über 2000 Metern zu finden. Der Baum benötigt mäßig feuchte bis feuchte, gut durchlüftete Böden. Ansonsten ist die Fichte recht anspruchslos.

Erscheinung:
Der aufrecht wachsende, immergrüne Baum ist einer der größten heimischen Bäume Europas. Er kann einen Stammdurchmesser von bis zu 2 Metern und ein Alter von 600 Jahren erreichen. Bei tiefgründigen und gut durchlüfteten Böden kann das weit verzweigte Wurzelsystem des Baumes mehrere Meter tief ins Erdreich reichen. Die Rinde junger Bäume ist rötlich braun gefärbt, während ältere Bäume eine grau-braune borkige Rinde aufweisen. Die Zweige sind quirlig angeordnet. Ihre bis zu 2 cm langen Nadeln sind stechend-spitz und im Querschnitt vierkantig.

Blüte:
Blüten werden häufig nur im Abstand von 3-4 Jahren gebildet. Die männlichen Blüten sind etwa 1 cm lang und stehen einzeln an den Enden von Zweigen. Sie färben sich von karminrot hin zu einem gelblichen Farbton. Die weiblichen Blüten wachsen kleinen roten, aufrechtstehenden Zapfen ähnelnd auf dem gesamten Baum verteilt. Zur Blütezeit werden riesige Mengen Pollen ausgeschüttet, die weithin als Niederschlag sichtbar sind. Die Blühfähigkeit wird jedoch erst mit einem Alter zwischen 30 und 40 Jahren erreicht. Junge Pflanzen besitzen zunächst ausschließlich weibliche Blüten.

Vermehrung:
Etwa ein Jahr benötigen die Zapfen bis zur Samenreife. Im Laufe der Zeit verwandeln sich die rötlich-grünen Zäpfchen zu braunen, nach unten hängenden, trockenen und holzigen Zapfen. Diese weisen dann eine Länge von bis zu 15 cm auf. Bei Reife werden die Zapfen als Ganzes abgeworfen. Sie enthalten fettreiche geflügelte Samen, die bis zu 300 Meter weit fliegen können. Die Samen zählen zu den Lichtkeimern. Neben der Vermehrung durch Samen kann sich die Gemeine Fichte auch vegetativ durch die Bewurzelung herabhängender Zweige verbreiten.

Wissenswertes

Zahlreiche Pilzarten können mit der Fichte eine Lebensgemeinschaft eingehen (z.B. Fliegenpilz, Steinpilz, Perlpilz). Der Pilz versorgt den Baum mit Mineralstoffen und Wasser und bekommt im Gegenzug organische Stoffe. Für viele Vogel- und Insektenarten bietet die Fichte einen idealen Lebensraum.

Verwendung der Pflanze

Junge hellgrüne Triebe der Fichte können zu Sirup verarbeitet oder als Tee verwendet werden. Sie schmecken leicht säuerlich und eignen sich außerdem zum Würzen von Salaten, nachdem sie fein zerkleinert wurden.
Fichtenholz ist ein sehr weiches Holz und wird z.B. für den Bau von Gebäuden, Möbeln oder Musikinstrumenten sowie für die Papier- und Zellstoffherstellung verwendet.
In der Parfümindustrie wird aus den Nadeln das Fichtennadelöl gewonnen.
Bestimmte Läusearten erzeugen Honigtau, der bei Bienen beliebt ist und den sie in Waldhonig verwandeln.

Gewöhnliche Fichte, Rot-Tanne, Gemeine Fichte, Rot-Fichte, Picea abies, Rottanne, Rotfichte

Bild: © B.gliwa, Wikimedia Commons

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Typ der Pflanze:Baum
Wuchsform:Aufrecht
Wuchshöhe:max. 50 m
Eigenschaften:Immergrün
 Tiefwurzler
 Heilpflanze
 Bienen-/Hummel-Weide
 Vogel-Weide
 Insb. Honig-Bienenweide

Licht-Verhältnisse:Sonnig, Halb-Schatten
Boden:Mäßig feucht, Feucht
 Sauer, Humos

Blüte:Mai - Jun
Blütenstand:Zapfen
Geschlecht:Ein-Geschlechtig, Ein-Häusig
Frucht-/ Samenzeit:    Aug - Dez
Fruchtform:Zapfen

Blattform:Nadelförmig


Heilwirkungen der Pflanze:   
Stichwörter:
Mundschleimhaut-Entzündung, Durchblutungsstörungen, Nieren-Beschwerden, Wund-Infektion, Haut-Verbrennung, Husten, Erkältung, Grippaler Infekt, Bronchitis, Atemwegs-Beschwerden, Gelenk-Rheumatismus, Gicht, Verschlackung, Entzündung, Abwehrschwäche, Schmerzen, Nerven-Schmerzen

Die jungen Triebe der Fichte enthalten ätherische Öle, die bei Infektionen der Atemwege, bei Rheuma, bei Gicht und bei Frühjahrsmüdigkeit helfen. Sie können z.B. als Tee zubereitet werden. Dieser wirkt zudem Schleim lösend, Harn und Schweiß treibend, desinfizierend und Blut reinigend.
Die Sprosse können auch als Badezusatz oder zur Herstellung einer Tinktur verwendet werden. Äußerlich angewendet beleben sie die Haut, fördern die Durchblutung und können Muskel- oder Nervenschmerzen lindern. Als Umschlag können sie zudem bei Entzündungen und zur Heilung (nicht offener) Wunden eingesetzt werden.
Fichtennadelöl sollte nicht bei Asthma oder Keuchhusten verwendet werden.

Vitalstoffe


Vitamine Enthaltene Menge in 100g Durchschnitt aller Pflanzen Empfohlene Tages-Menge
Vitamin C (Ascorbinsäure)Menge unbekanntØ 64.557 mg100 mg

Sonstige Inhaltsstoffe
Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe


Harmonie mit anderen Pflanzen:
Wald-Sauerklee
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Nahrungspflanze für folgende Insektenarten
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Kleiner Faulholz-Schwarzkäfer, Uloma rufaKleiner Faulholz-Schwarzkäfer
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© Siga, Wikimedia Commons