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Letzte Änderung: 20.07.2018
Hänge-Birke (Bétula péndula)Zur Druckansicht
Alternative Bezeichnungen: Sand-Birke, Weißbirke, Warzenbirke
Gattung: Bétula
Familie: Betuláceae (Birkengewächse)
Klimazone(n): Boreales Klima, Warmgemäßigtes Klima
Ursprüngl. Heimat: Europa, Nord-Amerika, Asien
Häufigkeit: Häufig


Allgemeine Informationen

Herkunft und Wachstumsbedingungen:
Die Hänge-Birke ist, mit Ausnahme des hohen Nordens, im gesamten Europa, in Nordamerika und in Asien zu finden und wächst dort bis zu einer Höhe von etwa 1900 Metern. Sie ist eine Pionierbaumart, die gern Brach-, Trümmer- und Kahlflächen besiedelt. Sie wächst zudem in lichten Nadel- oder Eichenmischwäldern, in Heiden oder auf Magerweiden. Der Baum bevorzugt basenarme, trockene, saure, nährstoffarme Böden, ist aber ansonsten recht anspruchslos.

Erscheinung:
Die Hänge-Birke kann bis zu 150 Jahre alt werden. Sie fällt durch ihre weiße, glatte Rinde auf, die im Alter mit dunklen Rissen versehen ist. Das Wurzelsystem ist stark ausgeprägt, reicht aber nicht sehr tief ins Erdreich.

Blüte:
Die Hänge-Birke ist einhäusig. Männliche und weibliche Blüten sind getrennt auf einer Pflanze. Die männlichen Blüten sind bis zu 10 cm lange, gelbliche Kätzchen, die herabhängen. Die weiblichen Blüten sind grüne Zapfen, die zunächst am Ende kurzer Seitenzweige aufrecht stehen, später aber auch herabhängen. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.

Vermehrung:
Die Birke vermehrt sich ausschließlich durch ihre beflügelten Samen, die flugfähig sind und durch den Wind verbreitet werden. Die Samen keimen bei ausreichender Feuchtigkeit sehr rasch.

Wissenswertes

Die Birke wird von zahlreichen wirbellosen Tierarten besiedelt (z.B. Schmetterlingsraupen, Käfer, Wespen). Verschiedene Vogelarten sind auf die Birke als Nahrungsquelle (Knospen und Samen) im Winter angewiesen.

Verwendung der Pflanze

Die Birke gilt als heiliger Baum, der die jungfräuliche Göttin symbolisiert. Er wird häufig bei Mai-Festen aufgestellt, um den Frühling zu feiern.
Die Rinde der Birke verwest nur sehr schwer und lässt kaum Nässe durch. Sie wurde früher daher häufig als Unterlage auf feuchten Böden oder für Dächer verwendet.
Das Holz ist mittelschwer und zäh, aber weich und elastisch. Es wird für Möbel und im Innenausbau verwendet. Außerdem werden aus ihm Span-, Sperrholz- und Faserplatten sowie Zellstoff hergestellt.
Das Reisig wird für Besen verwendet.
Das Holz ist aufgrund des hohen Birkenteergehalts sehr gut brennbar. Eng zusammengerollte getrocknete Rinde wurde früher häufig als Fackel verwendet.
Durch Anbohren des Stammes im Frühjahr (März bis Mai) lässt sich Birkensaft gewinnen, der getrunken, zu Birkenwein vergoren oder als Haarwasser verwendet werden kann.
Ein heißer Sud aus Birkenblättern kann zum Gelb-Färben von Textilien genutzt werden.

Typ der Pflanze:Baum
Wuchsform:Aufrecht
Wuchshöhe:max. 25 m
Eigenschaften:Heilpflanze

Licht-Verhältnisse:Sonnig
Boden:Trocken
 Sauer, Mager

Blüte:Apr - Mai
Blütenstand:Kätzchen
Geschlecht:Ein-Geschlechtig, Ein-Häusig
Frucht-/ Samenzeit:    Aug - Sep
Fruchtform:Schließfrucht: Nuss

Blattform:Eiförmig, Elliptisch
Blattrand:Gesägt
Blattadern:Fiedernervig: Hauptnerv mit Seiten-Nerven


Heilwirkungen der Pflanze:   
Stichwörter:
Nieren-Beschwerden, Nierensteine, Blasen-Beschwerden, Akne, Haut-Ekzem, Haut-Ausschlag, Schuppenflechte, Wund-Infektion, Neurodermitis, Trockene Haut, Fieber, Heuschnupfen, Gelenk-Entzündung, Gelenk-Rheumatismus, Gicht, Krebs, Verschlackung, Entzündung, Stoffwechsel-Störung, Haar-Probleme

Von der Birke werden vor allem die Blattknospen und Blätter verwendet, die als Tee zubereitet werden können. Dieser wirkt stark harntreibend und hilft bei Rheuma, Gicht und anderen Stoffwechselerkrankungen. Über einen längeren Zeitraum getrunken können durch ihn sogar Nierensteine aufgelöst werden. Der Tee hilft zudem, Giftstoffe und Wasseransammlungen im Körper auszuschwemmen. Desweiteren wirkt er schweißtreibend und kann bei Fieber helfen.
Ein Birkenaufguss kann bei Hauterkrankungen wie z.B Neurodermitis, Ekzemen, Schuppenflechte, schlecht heilenden Wunden oder juckender, trockener Haut getrunken oder für Waschungen und Bäder verwendet werden. Er hilft auch bei Haarproblemen und kann in die Kopfhaut einmassiert werden. Dadurch wird die Durchblutung des Haarbodens gefördert und das Haarwachstum angeregt.
Auch Abkochungen der Birkenrinde können äußerlich bei Hautproblemen helfen.

Vitalstoffe


Vitamine Enthaltene Menge in 100g Durchschnitt aller Pflanzen Empfohlene Tages-Menge
Vitamin C (Ascorbinsäure)Menge unbekanntØ 64.557 mg100 mg

Sonstige Inhaltsstoffe
Ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe


Nahrungspflanze für folgende Insektenarten
Große Birkenblattwespe
(Cimbex femoratus)
Große Birkenblattwespe, Cimbex femoratusGroße Birkenblattwespe
(Cimbex femoratus)

© Pistiäinen, Wikimedia Commons
Birkenspinner
(Endromis versicolora)
Birkenspinner, Endromis versicoloraBirkenspinner
(Endromis versicolora)

© Seevieh, Wikimedia Commons