Pflanzen, Insekten & Heilkraft

Letzte Änderung: 07.04.2021
Schachbrett (Melanargia galathea)  
Weitere Bezeichnungen: Damenbrett
Unterklasse: Pterygota (Fluginsekten)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Augenfalter (Satyrinae)
Gattung: Melanargia
Heimat: Europa, Nord-Afrika / Orient
Vorkommen: Häufig
Gefährdung (Rote Liste): Ungefährdet (*)

Allgemeine Informationen

Edelfalter (Nymphalidae)

Bei den Edelfaltern handelt es sich um mittelgroße bis große, teils farbenprächtige Schmetterlinge. Weltweit gibt es in dieser artenreichsten Schmetterlingsfamilie über 6000 Arten. In den tropischen Regionen ist ihre Vielfalt am größten.
Edelfalter besitzen nur zwei funktionsfähige Beinpaare. Das erste Beinpaar ist verkümmert und dient lediglich dem Putzen (Putzpfotenfalter). Ihre Fühler sind am Ende keulenförmig verbreitert. Entlang der Unterseite befinden sich längliche Rillen, die über sämtliche Fühlersegmente reichen. Edelfalter besitzen ausschließlich Facettenaugen.
Die Raupen sind in der Regel mit zahlreichen Dornen oder langen Haaren versehen.

Augenfalter (Satyrinae)

Augenfalter, die auch Grasfalter genannt werden, sind weltweit vertreten und mit über 2800 Arten sehr artenreich. Ihre Grundfärbung ist häufig braun und sie sind in der Regel durch ein verhältnismäßig klar abgegrenztes Augenmuster gekennzeichnet. Die Raupen aller mitteleuropäischen Augenfalter-Arten ernähren sich von Gräsern. Ihre relativ lange Entwicklungszeit lässt sich mit dem geringen Nährstoffgehalt der Gräser erklären. Viele Arten sind extrem gefährdet, da magere, artenreiche Wiesen zunehmend seltener werden.

Schachbrett (Melanargia galathea)

Das Schachbrett ist in Europa und in Nordafrika beheimatet. Es lebt in eher trockenen, grasbewachsenen, blütenreichen Gebieten (z.B. Magerrasen, Streuobstwiesen) sowie an Straßenrändern, in Heidelandschaften, auf Waldlichtungen oder an Böschungen.
Weibchen lassen ihre milchig-weißen, runden, verhältnismäßig großen Eier ungezielt über ungemähtem Grasland fallen. Die im Spätsommer schlüpfenden Raupen gehen ohne Nahrungsaufnahme in die Winterruhe. Erst nach der Überwinterung beginnen sie zu fressen. Im Laufe ihrer Entwicklung wechseln sie die Futterpflanzenarten. Junge Raupen sind zunächst tagaktiv. Erst später werden sie nachtaktiv. Ab Mai verpuppen sie sich am Boden inmitten von Grasbüscheln in einer aus Spinnfäden und Grasblättern gefertigten Kammer.
Die Flugzeit der Falter beginnt nach der Verpuppung ab Mitte Juni und dauert bis August an.
Bezug zu folgenden Pflanzen

Weitere Informationen: http://www.lepiforum.de

Merkmale

Das Schachbrett gehört zu den mittelgroßen Faltern. Seine Flügelspannweite beträgt zwischen 40 und 55 mm. Weibchen sind etwas größer als Männchen. Die Flügeloberseiten sind durch eine schachbrettartige, dunkelbraun bis schwarz und weiß gefleckte Musterung gekennzeichnet. Die Flügelunterseiten sind überwiegend weiß bis hellbraun gefärbt und mit grauen Flecken sowie weiß umrandeten Augenflecken versehen. Bei Weibchen erscheint die Flügelunterseite etwas gelblicher. Außerdem sind die Flügel auffallend schwarz geadert.
Die Raupe ist im ersten Stadium vor und während der Überwinterung etwa 1 cm lang. Später erreicht sie eine Länge von etwa 28 mm. Sie ist entweder milchig-weiß bis gräulich-braun oder grünlich gefärbt. Auf dem Rücken befindet sich eine dunkle Längslinie. Ihr Kopf ist hellbraun. Ältere Raupen sind dicht behaart. Der Hinterleib endet in zwei Zipfeln. Die Puppe ist milchig-weiß bis hell-bräunlich gefärbt.
Max. Größe (♀): 55 mm
Max. Größe (♂): 50 mm

Lebensweise


Nistplatz: Oberirdisch in Bodennähe (z.B. in Grasbüscheln oder unter Moos)
Die Nahrungsquelle der Raupen sind verschiedene Gräserarten. Eine Voraussetzung für ihre Entwicklung sind daher artenreiche Wiesen, die möglichst nicht vor September gemäht werden sollten.
Ausgewachsene Falter werden von Korbblütengewächsen mit violett-farbenen Blüten angelockt.
Flugzeit: Jun - Aug

Bezug zu folgenden Pflanzen

Schmetterlingsflieder
(Buddléja davídii)
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Familie: Buddlejáceae (Sommerfliedergewächse)
Berg-Sandglöckchen
(Jasióne montána)
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Familie: Campanuláceae (Glockenblumengewächse)
Krause Ringdistel
(Cárduus críspus)
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Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)

© Ivar Leidus, Wikimedia CommonsCC-BY-SA-3.0
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(Círsium oleráceum)
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Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)
Nickende Distel
(Cárduus nútans)
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Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)
Skabiosen-Flockenblume
(Centauréa scabiósa)
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Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)
Acker-Kratzdistel
(Círsium arvénse)
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Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)
Wiesen-Flockenblume
(Centauréa jacéa)
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Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)
Gewöhnliche Kratzdistel
(Círsium vulgáre)
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Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)
Sumpf-Kratzdistel
(Círsium palústre)
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Familie: Compósitae (Korbblütengewächse)
Tauben-Skabiose
(Scabiósa columbária)
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Familie: Dipsacáceae (Kardengewächse)

© David J. Stang, Wikimedia CommonsCC-BY-SA-4.0
Wiesen-Witwenblume
(Knautia arvénsis)
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Familie: Dipsacáceae (Kardengewächse)
Echtes Mädesüß
(Filipéndula ulmária)
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(Filipéndula ulmária)
Familie: Rosáceae (Rosengewächse)

© Christian Fischer, Wikimedia CommonsCC-BY-SA-3.0

Raupenfutter-Pflanzen

Wiesen-Knäuelgras
(Dáctylis glomeráta)
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Familie: Gramíneae (Süßgräser)

© Christian Fischer, Wikimedia CommonsCC-BY-SA-3.0
Gewöhnlicher Glatthafer
(Arrhenátherum elátius)
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(Arrhenátherum elátius)
Familie: Gramíneae (Süßgräser)

© Rasbak, Wikimedia CommonsCC-BY-SA-3.0
Wiesen-Rispengras
(Póa praténsis)
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Familie: Gramíneae (Süßgräser)

© Rasbak, Wikimedia Commons
Aufrechte Trespe
(Brómus eréctus)
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(Brómus eréctus)
Familie: Gramíneae (Süßgräser)

© Petr Filippov, Wikimedia Commons