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Letzte Änderung: 19.09.2019
Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi)  
Weitere Bezeichnungen: Rapunzel-Scherenbiene
Unterklasse: Pterygota (Fluginsekten)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Familie: Bauchsammelbienen (Megachilidae)
Gattung: Scherenbienen (Chelostoma)
Heimat: Europa
Vorkommen: Häufig
Gefährdung (Rote Liste): Ungefährdet (*)

Allgemeine Informationen

Bauchsammelbienen (Megachilidae)

Megachilidae sind eine Familie der Hautflügler, von der es etwa 80 Gattungen gibt. Ihre Vertreter sind zumeist pelzig behaart. Die Weibchen der nichtparasitischen Arten besitzen eine Bauchbürste. Die Unterseite ihres Hinterleibs ist mit langen, steifen, schräg nach hinten abstehenden Haaren besetzt und dient zum Sammeln von Pollen. Der Körperbau erscheint zumeist gedrungen. Der Hinterleib ist oft sehr breit, teils kugelförmig oder auch zylindrisch. Brust und Hinterleib sind in der Regel auffallend durch eine Wespentaille miteinander verbunden. Megachilidae leben solitär.

Scherenbienen (Chelostoma)

Scherenbienen fallen durch ihren lang gestreckten, schwarzen, spärlich behaarten Körper auf. Ihr Name bezieht sich auf die auffallend großen, kreisförmig gebogenen, scherenartigen Mandibeln der Weibchen. Diese besitzen zudem eine helle, häufig weiße Sammelbürste auf der Unterseite ihres Hinterleibs. Männchen sind durch Wülste oder Zacken an der Unterseite des Abdomens sowie am Hinterleibsende gekennzeichnet. Sie sind außerdem in der Regel etwas stärker behaart als die Weibchen. Alle Arten dieser Gattung bringen lediglich eine Generation pro Jahr hervor. Die in Deutschland heimischen Arten sind auf bestimmte Pflanzengattungen spezialisiert und nisten oberirdisch in vorhandenen Hohlräumen.

Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi)

Die Glockenblumen-Scherenbiene ist in Europa in Höhen von bis zu 2000 Metern beheimatet. Sie lebt auf Mager- und Streuobstwiesen, an Waldrändern, auf Waldlichtungen oder in Gärten und Parkanlagen.
Ihr Nest legt die Glockenblumen-Scherenbiene in vorhandenen Hohlräumen wie z.B. in Totholz-Fraßgängen, Reetdächern oder in hohlen Pflanzenstängeln an. Pro Nistgang legt sie bis zu sechs Brutzellen an. Die Zellwände und der Nestverschluss werden mit einem Sand-Lehm-Gemisch verkleidet. In den noch feuchten Verschluss werden zudem kleine Steinchen eingearbeitet. Die entwickelte Larve spinnt sich in der Brutzelle in einen weißlichen Kokon ein und überwintert dort. Im Frühjahr schlüpft sie als Biene.
Die Flugzeit beginnt im Juni und endet im August.
Bezug zu folgenden Pflanzen

Weitere Informationen: www.wildbienen.info

Merkmale

Die Glockenblumen-Scherenbiene erreicht eine Größe von etwa 8-10 mm (Weibchen 8-9 mm, Männchen: 9-10 mm). Ihr Körper ist schwarz gefärbt und spärlich weißlich-grau (Weibchen) bzw. gelblich-braun (Männchen) behaart, wobei die Behaarung der Männchen etwas intensiver erscheint. Der Hinterleib ist mit Schmalen Querbinden versehen, die bei den Weibchen weiß gefranst und bei den Männchen etwas stärker gelb-bräunlich behaart sind. Die Weibchen besitzen eine helle, gelbliche Bauchbürste. Die Mandibeln sind geringer ausgeprägt als bei ähnlichen Arten der Gattung. Die Männchen besitzen drei Ausbuchtungen am Hinterleibsende.
Max. Größe (♀): 9 mm
Max. Größe (♂): 10 mm

Lebensweise

Allgemeine Eigenschaften:
Solitär lebend
Nistplatz: In (vorhandenen) Hohlräumen nistend, In Totholz nistend
Die Glockenblumen-Scherenbiene lebt oligolektisch und ist auf Glockenblumen spezialisiert.
Nisthilfen wie z.B. Holz mit Bohrungen oder Bambus- und Schilfrohr (Loch-Durchmesser etwa 3-4 mm) werden von der Biene angenommen.
Flugzeit: Jun - Aug

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